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Heimatmuseum Beuel bereitet sich auf Öffnung an Pfingsten vor

Corona-Ausstellung geplant : Heimatmuseum Beuel bereitet sich auf Öffnung vor

Die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins bereiten die Wiedereröffnung des Heimatmuseums an Pfingsten vor. Neben einer Theaterreihe im Juni, planen sie kommendes Jahr eine Corona-Ausstellung.

Das Heimatmuseum öffnet an Pfingsten wieder seine Pforten. Mit neuen Ideen und Veranstaltungen im Angebot meldet sich der Beueler Heimat- und Geschichtsverein zurück aus der Corona-Pause. Neben einer Theaterreihe im Juni soll es im kommenden Jahr auch eine Mitmach-Ausstellung zur Corona-Pandemie geben.

„Die Krise hat alle Menschen seit Monaten fest im Griff. Viele Beueler haben Solidarität erfahren, Nachbarschaften sind wiederbelebt worden, die Helden des Alltags wurden sichtbar“, erzählt Petra Clemens, Geschäftsführerin des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel. Um diese „schwierige Zeit“ für die Nachwelt festzuhalten, sucht das Heimatmuseum in der Bevölkerung nach Exponaten, handfesten Erinnerungen und Zeugnissen. Daraus soll dann im kommenden Jahr eine Ausstellung zur Corona-Pandemie werden. „Ob eine im Design ausgefallene Schutzmaske oder etwas, was man persönlich mit der Krise verbindet, die Beueler können sich gerne beteiligen“, so Clemens.

„Steinschlangen“ sollen Teil der Ausstellung werden

Auch die sogenannten Steinschlangen oder Motivationssteine, die überall im Stadtbild zu finden sind, sollen ein Teil der Ausstellung werden. So ist im ersten Schritt geplant, den Steinschlangen, etwa der an der Rheinaustraße, Platz im Museum zu bieten. „Das heißt, wir möchten gerne diese Steine sammeln, bevor sie einer ungewissen Zukunft entgegensehen und einfach irgendwann verschwunden sein werden“, sagt Kuratorin Inke Kuster. Die Steine können beim Heimatmuseum immer mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr und zur Büroöffnungszeit donnerstags von 16 bis 18 Uhr abgegeben werden. „Außerdem werden wir am 19. Juni an der Mauer in der Rheinaustraße einen Kasten aufstellen, in dem jeder seinen Stein deponieren kann, der für das Museum gespendet wird“, erklärt Kuster. „Wir freuen uns auch über weitere Ideen und sind für die Kontakte zu Initiatoren und Sponsoren dankbar. Wer hat zum Beispiel die Steinschlange gestartet?“

Aber auch andere Exponate, die an die Zeit der Pandemie in Beuel erinnern, sind willkommen, wie Kuster betont: „Wir planen für die Zukunft in Ausstellungen und Events das festzuhalten, was von Corona übrigbleibt und was wir daraus lernen können. Besonders für Familien mit ihren Kindern wäre es dann schön, ihren Stein bei uns wiederzusehen“, sagt sie. „Corona wird in den Geschichtsbüchern ein eigenes Kapitel bekommen, das beschreibt, was sich in allen Gemeinschaften abgespielt hat“, ist die Kuratorin überzeugt.

Zusammenarbeit mit der Brotfabrik bei Theaterreihe

So unmittelbar wie zur Zeit der Corona-Pandemie hätten die Bürger in Friedenszeiten die Auswirkungen politischer Entscheidungen noch nie gespürt, und sie gehören zweifelsohne zur Heimatgeschichte, so Clemens. Damit sich die Beuler wieder an Kunst und Kultur erfreuen können, startet das Heimatmuseum in Zusammenarbeit mit der Brotfabrik zudem eine Theaterreihe. „Die Brotfabrik hat wegen der Corona-Krise für ihre kleineren Formate nach interessanten Örtlichkeiten gesucht“, erzählt Clemens. „Wir haben bei uns im Innenhof schon regelmäßig Theateraufführungen gehabt, da bietet sich das Heimatmuseum natürlich an“, erklärt die Geschäftsführerin. Die Verbindung zu Jürgen Becker, Geschäftsführer der Brotfabrik, gebe es schon länger. „Seit unserer Teilnahme an der Bonner ­Theaternacht.“ Die erste Vorstellung ist am Donnerstag, 18. Juni, ab 18 Uhr. Dann werden Petra Kalkutschke und Matthias Höhn „Kurioses und Humoristisches“ zum Besten geben. (siehe Info-Kasten) „Wir freuen uns auf das Projekt“, sagt Clemens.

Die Öffnung des Museums und auch die Theatervorstellungen sind auch hier an einige Schutzmaßnahmen geknüpft: „Es muss während der Vorstellung der Sicherheitsabstand gewährleistet sein.“ Dafür haben die Vereinsmitglieder den Hof vermessen. „Das Resultat lautet, dass wir 25 Stühle im Innenhof verteilen können“, erklärt Clemens. „Nur mit dieser Anzahl, sind die Mindestabstände gewährleistest.“ Zur Probe habe man auch die Stuhlreihen aufgestellt. Das neue Sicherheitskonzept hat Thomas Raderschall erarbeitet. Der ehrenamtliche Mitarbeiter erklärt die Maßnahmen: „Das Museum ist grundgereinigt worden; wir haben vor Ort ausreichend Masken für die Besucher, die keine Maske dabei haben, denn auf dem Gelände ist Maskenpflicht“, erklärt er. „Die Gäste müssen sich vorab die Hände desinfizieren. In die Häuser darf man nur unter Einhaltung der Abstandsregeln.“

Vorerst wird es aber keine Führungen durch das Heimatmuseum geben können. „Die Mitarbeiter stehen weiterhin für Fragen zur Verfügung“, teilt Clemens mit. „Zum Schutz der Besucher und der ehrenamtlich Tätigen sind die Maßnahmen notwendig.“