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Familie sucht Schutzengel: Helfer retten Beueler das Leben

Familie sucht Schutzengel : Helfer retten Beueler das Leben

Gleich mehrere Schutzengel hat Wolfgang Schilling (70): Während einer Radtour erleidet er einen schweren Herzinfarkt und stürzt schwer. Passanten erkennen die Notsituation und leiten die Ersthilfe ein.

Wolfgang Schilling hatte mehr als nur einen einzigen Schutzengel. „Genau genommen hatte er drei“, erzählt seine Ehefrau Margot jetzt im Gespräch mit dem GA. Ohne diese bisher unbekannten Helfer wäre ihr Mann wahrscheinlich nicht mehr am Leben. Denn nur durch deren beherztes Handeln wurde der 70-Jährige gerettet. „Ich will gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie nicht so professionell eingegriffen hätten“, berichtet sie. „Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar wir sind“, ergänzt die Beuelerin. Gerne würde sie sich bei den Passanten persönlich bedanken. „Aber ich kenne ihre Namen nicht“, erzählt sie. Über die sozialen Medien sucht sie nun gemeinsam mit ihrer Schwägerin Ute Steffen-Kau nach den Ersthelfern.

Die ersten warmen Sonnenstrahlen nutzte Wolfgang Schilling am Dienstag vergangener Woche für eine Radtour ins Grüne. Auf dem Rückweg nach Hause hatte er jedoch gegen 17.40 Uhr plötzlich einen schweren Unfall in Höhe der Kreuzung Johannesstraße und Hermannstraße. Von einer Sekunde auf die andere stürzte der 70-Jährige vollkommen unvermittelt auf die Straße. Dabei zog er sich schwere Verletzungen im Gesicht zu. Doch die Ursache für den Unfall waren viel gravierender. Das registrierten drei Passanten, die Schilling sofort zur Hilfe eilten.

Ersthelfer erkannten Herzinfarkt

Die Ersthelfer, die offenbar alle in medizinischen Berufen arbeiten, erkannten schnell, dass wahrscheinlich ein schwerer Herzinfarkt die Ursache für den Sturz war. „Obwohl mein Mann bisher keine Herzerkrankung hatte“, so Margot Schilling. „Es gab keinerlei Anzeichen.“

„Ein junger Mann hat ihn sofort richtig gelagert. Bei den beiden anderen Helferinnen handelte es sich um eine Krankenschwester sowie eine Ärztin, die die Situation sofort richtig einschätzten“, erzählt Margot Schilling. Noch auf der Straße begannen sie mit der Reanimation, denn mittlerweile hatte Wolfgang Schilling keinen Herzschlag mehr. „Heute weiß ich, dass mein Mann den schweren Infarkt nur deshalb überlebt hat, weil die drei Passanten schnell und vor allem fachkundig reagiert und agiert haben“, sagt sie und ist dankbar. Bereits fünf Minuten später war ein Rettungswagen vor Ort und Sanitäter sowie Notarzt kümmerten sich um Wolfgang Schilling.

Beobachtet wurde die Szene von einer Bekannten der Familie, die sofort Margot Schilling anrief. „Als ich kurze Zeit später am Unfallort eintraf, lag mein Mann bereits im Rettungswagen und wurde erneut reanimiert“, berichtet sie.

Dass der Tag ohne den selbstlosen Einsatz der Helfer ganz anders geendet hätte, ist der Familie klar. Deshalb würde sie sich gerne bei den Passanten persönlich bedanken. „Wir wissen alle ganz genau, dass mein Mann ihnen sein Leben zu verdanken hat“, so die Beuelerin. „Das wäre uns wirklich sehr wichtig.“

Mittlerweile hat sich der Gesundheitszustand von Wolfgang Schilling etwas verbessert. Er liegt derzeit in der Bonner Uniklinik. Dort wurde er in der Zwischenzeit am Herzen operiert. Langsam geht es wieder bergauf – wenn auch nur in kleinen Schritten. „Ihm wurde ein zweites Leben geschenkt. Und das verdanken wir vor allem den Passanten“, so Margot Schilling.

Wer einen der drei Helfer kennt, der kann sich per E-Mail an margot.schilling@googlemail.com melden.