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Arboretum Park Härle: Himmlische Ruhe im Oberkasseler Gartenparadies

Arboretum Park Härle : Himmlische Ruhe im Oberkasseler Gartenparadies

Gelassene Ruhe - so mag man die Atmosphäre beschreiben, die üblicherweise im Park Härle herrscht. Etwas unruhiger dagegen geht es an den Tagen zu, an dem das Arboretum besucht werden kann: Dann stehen stets zahlreiche Gartenfreunde vor dem Einlasstor an der Büchelstraße, um sich die wundervolle Vielzahl an Blumen und Bäumen anzuschauen.

Beim letzten Mal waren es 160 Interessierte, so dass die 11-Uhr-Führung in zwei Gruppen geteilt werden musste. Der Park sei so angelegt, dass er das ganze Jahr über sehenswert ist, erläuterte Michael Dreisvogt, Technischer Leiter des Arboretum Park Härle. "Arboretum" ist lateinisch für Baumsammlung. Schließlich beherbergt die in die Bereiche Alter Park, Waldpark und Neuer Garten geteilte Anlage mehr als 800 verschiedene Bäume und Sträucher, darunter auch manch Rarität.

Bei den Besuchern besonders beliebt: Eine rund 150 Jahre alte Platane, deren Laub sich wie ein weites grünes Dach ausbreitet. Für Farbe sorgen unter anderem die violetten Blüten der südamerikanischen Staude Verbena bonariensis oder das reine Blau der Säckelblume "Gloire de Versailles".

"Hier kommt man ins Träumen", meinte ein Besucher trotz des großen Andrangs. "Das Schöne ist, die Träume kann man umsetzen", sagte Dreisvogt. "Der Garten möchte auch Anregungen geben." Besucherin Christiane Schneider aus Beuel schrieb während der Führung fleißig mit. Sie sei bereits zum zweiten Mal dabei, verriet sie. Das erste Mal sei im Herbst gewesen, "wo die Verfärbung der Blätter hier wunderschön zur Geltung kommt".

Ursprung des Park Härle ist das 1870 von Franz Carl Rennen in der Büchelstraße 40 errichtete Alte Landhaus. Während auf dessen Sonnenterrasse unter anderem der Lavendel prächtig gedeiht, von dem im Arboretum rund 60 verschiedene Sorten wachsen, wurden im darunter liegenden Alten Park Mammut- oder Ginkgo-Bäume gepflanzt, die auch noch an den heißesten Sommertagen angenehm kühlen Schatten spenden. 1921 erwarb Carl Härle das damals noch sieben Hektar große Anwesen.

Der Jurist begann, einen Botanischen Garten anzulegen. Für die Gestaltung des hangaufwärts gelegenen Waldes engagierte er den Landschaftsarchitekten Carl Rohde. Später übernahmen die Töchter Maria und Regina Härle die Gestaltung des Parks, der zwischenzeitlich eine Gärtnerei war und 1975 durch den Bau der B42 auf 4,7 Hektar schrumpfte.

"Es ist ein geplanter Garten", berichtete Dreisvogt. Maria Härle, Malerin und Gartenkünstlerin, sei im Wesentlichen für die Gestaltung verantwortlich gewesen. Regina Härle habe sich hingegen um die Finanzen gekümmert. Da die Schwestern kinderlos waren, riefen sie die Stiftung Arboretum Park Härle ins Leben.

Rund 200.000 bis 300.000 Euro im Jahr betragen laut Dreisvogt die Unterhaltungs- und Personalkosten des Parks. Die Kosten stiegen permanent, meinte er. Zugleich gingen die Zinserträge des Stiftungskapitals immer weiter zurück. "Daraus entstehen finanzielle Engpässe, die sich auswirken", sagt der Leiter, weshalb sie auf Spenden angewiesen seien. So könne sich das Arboretum zum Beispiel nur anderthalb Gärtnerstellen leisten. Die Stelle eines pensionierten Gärtners konnte nicht neu besetzt werden. Zwei Praktikanten und ein paar Ehrenamtliche übernehmen weitere Arbeiten. Schnell wird klar: Die lieben Finanzen machen auch vor einem Gartenparadies nicht halt.

Führungen

Von März bis Oktober bietet der Park in Oberkassel an der Büchelstraße 40 jeden ersten Samstag im Monat um 10 Uhr und jeden dritten Mittwoch um 17 Uhr öffentliche Führungen an. Ab 15 Personen sind Gruppenführungen nach Vereinbarung möglich. Nähere Infos unter der Telefonnummer 0228/2499270 und unter www.arboretum-haerle.de.