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Katholisches Hochfest in Vilich: Historisches Spektakel zu Peter und Paul

Katholisches Hochfest in Vilich : Historisches Spektakel zu Peter und Paul

Die Bürger Vilichs haben am Wochenende das katholische Patroziniumsfest Peter und Paul mit der traditionellen Kirmes im Ort gefeiert. Christen begehen das Hochfest jedes Jahr am 29. Juni und gedenken des Todestags der Apostel Petrus und Paulus.

Die Feierlichkeiten gehen auf das frühe Christentum zurück und wurden bereits im vierten Jahrhundert ausgerichtet. Peter und Paul ist überkonfessionell und wird auch in orthodoxen und protestantischen Kirchen weltweit gefeiert.

Zum Vilicher Hochfest hatten der Adelheidis-Chor der Stifts- und Pfarrkirche St. Peter und der Bürgerverein Vilich geladen. Mit der Eröffnung der Peter-und-Paul-Kirmes und einem anschließenden Böllerschießen startete am Samstagabend das zweitägige Veranstaltungsprogramm. Die Besucher unterhielten sich beim gemütlichen Schoppen und konnten sich bei der abendlichen Theateraufführung des Spielkreises Alt-Vilich auf historische Pfade begeben.

"Wir haben 2010 den Spielkreis gegründet. Da wir nahezu alle über 50 sind, haben wir uns für den Namen Alt-Vilich entschieden", sagte Mitglied Ursula Becker. Das neunköpfige Ensemble tritt ausschließlich auf der Kirmes auf. "Das hat sich bewährt und wird gut angenommen", meinte Becker. Die Vorstellung war mit mehr als 100 Besuchern restlos ausverkauft. Der Spielkreis ließ die Amtszeit des ersten Bürgermeisters des Ortes, Leonard Stroof, aufleben.

"Das Stück heißt “Mäuse, Mord und Vilicher„. Es spielt vorwiegend in einer Schänke. Und wie der Name des Stückes schon sagt, geht es um eine Mäuseplage und einen Mord und natürlich über die Bürger Vilichs", erzählte Becker lachen. Mehr als 17 Jahre lang war Stroof bis zu seinem Tod 1825 für die Gemeinde tätig.

Er war nicht nur Bürgermeister, sondern auch für das Standes- und Finanzamt zuständig. Stroof arbeitete von seinem Wohnhaus aus, der historische Bau (Stroof'sches Haus) steht heute unter Denkmalschutz. "Vilich hat so eine reiche Ortsgeschichte. Das muss bewusst gemacht werden. Ich schreibe die Stücke teilweise selbst. Auch dieses Stück habe ich gemeinsam mit dem Autor Hans Paul Müller geschrieben", sagte Becker.

Die historischen Kostüme hatte der Spielkreis teilweise selbst geschneidert sowie aus einem privaten Fundus für die Aufführung erworben. Die Aufführung endete mit einem Vilicher Kirmes-Lied; das Publikum sang begeistert mit. Auch gestern Abend wurde "Mäuse, Mord und Vilicher" aufgeführt.

Doch zuvor wurde am Morgen in einem Festgottesdienst in St. Peter der Apostel gedacht. Unter der Leitung von Andreas Immekeppel sang der Adelheidis-Chor die Messe in F von Théodore Dubois. Der Chor wurde an der Orgel von Gregor Kess aus Pützchen begleitet.

Viele Vilicher nutzten das schöne Wetter, nahmen an dem musikalischen Frühschoppen auf dem Kirmesplatz teil und versuchten sich an der aufgestellten Torwand. Auch ein Nagelbaum und ein Glücksrad standen den Kirmesbesuchern zur Verfügung. Die Katholische Bücherei des Ortes hatte zudem einen Bücherflohmarkt ausgerichtet. Das Fest endete Sonntagabend beim gemütlichen Dämmerschoppen.