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Gespräch am Wochenende mit Fischhändler David Bornschein: "Ich bin Fisch-verrückt"

Gespräch am Wochenende mit Fischhändler David Bornschein : "Ich bin Fisch-verrückt"

Steinbutt, Zander, Weißer Heilbutt - nur mit ein paar Kräutern und Zitrone. Da schnalzen Feinschmecker mit der Zunge. Doch am Fisch scheiden sich die Geister, die einen geraten ins Schwärmen, die andern greifen doch lieber zum Fleisch. Für David Bornschein ist die Sache klar: Er ist Inhaber eines der Fachgeschäfte in Beuel und Fischhändler aus Leidenschaft. Anke Vehmeier sprach mit ihm über Beruf, Berufung und Behutsamkeit.

Warum Fisch - wie sind Sie dazu gekommen?

David Bornschein: Fisch ist meine Leidenschaft. Mein Opa hatte Teiche im Westerwald. Ich angele seit ich fünf Jahre alt war und bin seither fasziniert von den Fischen und der Angelei.

War da schon klar, dass Sie einmal mit Fisch arbeiten werden?

Bornschein: Nein, ich habe erst eine Ausbildung als Bürokaufmann gemacht. Danach war ich acht Jahre bei der Bundeswehr und habe dort als IT-Netzwerkbetreuer gearbeitet. Und dann kam der Moment, als ich mich fragte, "Willst Du so weitermachen oder das machen, was Dir wirklich Spaß macht?".

Wie ging es dann weiter?

Bornschein: So habe ich mit 26 Jahren eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Fisch Stuch in Bonn absolviert. Vom ersten Tag an wusste ich, dass ich genau das Richtige gemacht hatte. Ich habe dann auch meinen Abschluss mit der Note 1 gemacht. Früher habe ich Schule und Ausbildung nicht so ernst genommen. Aber nun hatte ich meine Profession gefunden.

Was kam nach der Ausbildung - damals waren Sie 28 Jahre alt?

Bornschein: Dann habe ich den Schritt gewagt und mich selbstständig gemacht. Dafür habe ich meine Abfindung von der Bundeswehr - andere Ex-Kameraden hatten die längst verprasst - als Startkapital genommen und einen Fischwagen gekauft. Das war der Einstieg in das mobile Geschäft. Dann habe ich das Geschäft in Beuel dazu gemietet.

Haben Sie eine Geschäfts-Philosophie?

Bornschein: Ja, sie lautet "Fisch in seiner schönsten Form". Das heißt, dass wir sehr großen Wert legen auf Qualität, Präsentation, Sauberkeit und Nachhaltigkeit. Es hat erst einige Zeit gedauert, bis die Mitarbeiter verstanden haben, was ich will. Aber jetzt haben sie die Philosophie verinnerlicht.

Wie steht es um die Fischbestände - können wir noch guten Gewissens Fisch essen?

Bornschein: Die Fischbestände sind fast überall auf der Welt bedroht. Die massive Ausbeutung der Meere hat dazu geführt, dass heute zwei von drei Fischereibeständen innerhalb der Europäischen Union als überfischt gelten. Deshalb ist es so wichtig - und daher zentraler Teil meiner Geschäfts-Philosophie, dass das Gebot der Nachhaltigkeit eingehalten wird, damit sich die Bestände wieder erholen können. Das bedeutet den Einsatz umweltverträglicher Fangmethoden und eine verantwortungsvolle Nutzung der Fischbestände.

Welches ist Ihr Lieblingsfisch - als Angler?

Bornschein: Der Zander, den finde ich sehr interessant mit seinen großen Augen, den Stacheln und den spitzen Zähnen. Er ist ein scheuer Fisch, schwer zu überlisten. Je älter und erfahrener er ist, desto schwerer ist er allerdings zu angeln.

..und in der Pfanne?

Bornschein: Am liebsten Seelachsfilet, Rotbarsch und Dorade. Ich esse jeden Tag Fisch, sehr gerne schon zum Frühstück ein Matjesbrötchen oder einen Heringssalat oder Krabben. Ich lese auch alles über Fisch, unterhalte mich mit anderen Händlern, Fischern und Experten. Das Wissen fliegt mir zu und ich vergesse es nicht mehr. Ich habe sogar einen Koi-Karpfen auf der Schulter tätowiert. (Er zwinkert) Fische sind eben meine Leidenschaft - ich bin einfach Fisch-verrückt.

Zur Person

David Bornschein ist am 11. Juni 1979 in Rheinbach geboren. Derpassionierte Angler hat Einzelhandelskaufmann gelernt, bevor ersein Hobby zum Beruf gemacht hat und Fischhändler geworden ist. Erist Vater von zwei Kindern.