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Pützchens Chaussee: Imbissgäste blockieren Radler in Beuel

Pützchens Chaussee : Imbissgäste blockieren Radler in Beuel

An der Pützchens Chaussee kommt es zu regelmäßigen Parkverstößen, durch die Radfahrer blockiert werden. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Die Pützchens Chausse führt stetig bergan, wenn man vom Beueler Zentrum Richtung Ennert fährt. Was Autofahrer kaum bemerken, ist für Radfahrer durchaus mit ein bisschen Anstrengung verbunden. Und wer dann das Pützchener Ortszentrum fast erreicht hat, der muss sich immer öfter in den Autoverkehr einfädeln, weil der Radweg gegenüber dem Gemeindezentrum häufig von Kurzzeitparkern blockiert wird.

Jeden Tag stünden dort – zum Teil sogar ganztägig – Fahrzeuge auf dem Radweg, beklagt ein Radler, der seinen Namen jedoch nicht in der Zeitung lesen will. Der hieße doch im Amtsdeutsch „Fahrradschutzstreifen“, verdiene aber diesen Namen nicht, weil er nicht schütze. Zur Mittags- und Abendzeit häufe sich das Falschparken dann enorm: Teilweise stünde von der Kurve bis zur Ampel der komplette Bereich voller Autos die nur mal kurz einen Gyrosteller abholen oder Brötchen kaufen wollten. Bereits seit Jahren gibt es an der belebten Straße einen beliebten griechischen Imbiss, vor einigen Monaten kam dann noch eine Bäckerei hinzu, die zuvor in einem Gebäude schräg gegenüber beheimatet war.

„Mehr als unsere Kunden darauf hinzuweisen, dass wir Parkplätze haben, können wir nun wirklich nicht tun“

Ganz so dramatisch sei die Situation im Allgemeinen dann doch nicht, manchmal gebe es aber tatsächlich Probleme, findet auch Nicole Stutz, die mit ihrem Mann den griechischen Imbiss betreibt. Situationen, wie die von dem Radfahrer beschriebene, gebe es eigentlich nur, wenn gegenüber im Gemeindezentrum mal wieder eine Veranstaltung stattfinde. Wie auch das Personal der Bäckerei weise sie ihre Kunden regelmäßig daraufhin, dass sie Parkplätze direkt hinter dem Haus vorhalte. Und tatsächlich: Die großen Hinweisschilder vor beiden Geschäften kann man eigentlich kaum übersehen.

Man müsse aber nicht nur die Hinweise lesen, sondern die Parkplätze auch benutzen, so der verhinderte Radler. Er sei schon selber aktiv geworden, habe Fotos von Falschparkern an Polizei und Ordnungsamt geschickt. Die sind auch schon aktiv geworden, haben gelegentlich Knöllchen verteilt und sogar Bäckerei und Imbissbetreiber angesprochen: „Mehr als unsere Kunden darauf hinzuweisen, dass wir Parkplätze haben, können wir nun wirklich nicht tun“, so Stutz. Und auch die Polizei habe wahrscheinlich noch andere Aufgaben, als tagtäglich vor ihrem Imbiss zu kontrollieren. „Bleibt also einzig, an die hungrigen Fahrer zu appellieren, bei ihrem Parkverhalten, auch an andere Verkehrsteilnehmer zu denken“, glaubt sie.

Das wird sie wohl auch in Zukunft tun müssen: Denn eine zunächst gut klingende Idee musste die Verwaltung nach Prüfung wieder ad acta legen: Der Bordstein sollte – wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits vor Jahren geschehen – mit Metallpfosten gegen Radweg und Straße hin abgesichert werden. Man sei davon aber wieder abgerückt, weil die Fahrbahn dort so breit sei, dass zu erwarten stünde, dass rücksichtslose Fahrzeughalter trotz der Pfosten den Radweg auch nach einer solchen Maßnahme blockierten, erklärte Stefanie Zießnitz von der Stadt. Die Pfosten würden nur den ohnehin schmalen Gehweg einengen, ohne das Problem zu lösen, und daher müsse man sich auch in Zukunft mit Kontrollen des Stadtordnungsdienstes behelfen.