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Impro-Theater: „Mission Improssible“-Auftritt in der Bonner Brotfabrik

Impro-Veranstaltungen in der Beueler Brotfabrik : „Mission Improssible“ ist zurück auf der Bühne

Theater ohne vorbereiteten Text: Die Improvisationskünstler der Gruppe „Mission Improssible“ melden sich zurück auf der Bühne der Brotfabrik.

Am Dienstag, 19. Oktober, 19 Uhr, ist es wieder so weit: die Theatergruppe „Mission Improssible“ ist ‚back on stage‘ auf der Bühne der Brotfabrik. Nur kann man im Voraus nicht sagen, welches Stück von welchem Autor die Truppe spielen wird, denn, wie ihr Name vermuten lässt, sie sind eine Improvisations-Theatergruppe. Sie spielen ohne vorgegebenen auswendig gelernten Text, ohne einer vorher abgesprochenen Handlung und Struktur. Deshalb rufen sie in ihrer Ankündigung auch auf: „Stellt uns vor unmögliche Aufgaben, wir lösen sie! In Prosa, poetischen Versen oder mit einem Liedchen auf den Lippen.“

Mission Improssible bevorzugen lange Stücke

Bereits seit einigen Jahren tritt MI, wie Mission Improssible genannt wird, alle zwei Monate in der Brotfabrik auf, zuletzt bei der Bonner Theaternacht. MI, das sind sieben Schauspielerinnen und Schauspieler sowie zwei Pianisten, die genauso spontan spielen müssen, wie die Akteure selber. Während manche Gruppen die Kurzform für Szenen von bis zu 15 Minuten bevorzugen, favorisiert MI die Langform. „Anderthalb Stunden, ein Plot, null Vorbereitung“, kündigen sie an. Dazu wird einmal in der Woche im Kulturzentrum in Dottendorf das Improvisieren intensiv geprobt.

Ensemble gibt es seit acht Jahren

Tanja Witzel war vor acht Jahren Mitgründerin, will aber nicht Chefin sein. „Unsere Truppe ist völlig demokratisch, alles wird gemeinsam besprochen und entschieden“, sagt sie. „Am Impro liebe ich die Leichtigkeit und den Flow. Am meisten fasziniert es mich, skurrile Figuren und das, was sonst nicht gesagt wird, auf die Bühne zu bringen. Improvisation ist auf die Bühne zu gehen und Atmosphäre aufzunehmen.“

Grundregel: Andere neben sich gut aussehen lassen

Doch wie funktioniert das? „Grundregel ist es, andere neben sich gut aussehen zu lassen“, sagt Wolfgang Werner, seit dem Schultheater auf der Bühne. Impulse annehmen und aufeinander zugehen, das gehört zu den Basics. „Wir nehmen nicht das ‚ja aber‘ sondern das ‚ja und‘“, erläutert er eine Spielregel. Aber wie lässt meine seine(n) Mitspieler gut aussehen? „Indem man ihm oder ihr Fragen stellt. Zum Beispiel ‚wie geht es Dir‘, ‚was hast Du vor‘ oder ‚woran denkst Du gerade‘. Dann hat der/die Andere die Möglichkeit, loszulegen und aus sich herauszugehen“, berichtet Ensemblemitglied Daniel Hofinger und ergänzt: „Wenn wir gut sind, dann sind wir unfassbar gut.“ Das Gegenteil lässt er unausgesprochen. Und er gesteht, dass ihn so ein 90 Minuten Auftritt richtig fertig macht.

Waffen sind: Spontanität, Fantasie und Gefühl

Weitere Mitspieler sind Götz Maier-Dörner, David Wachholz, Julia Weber, Simone Weske sowie Chris Knighton und Margarita Radkova, beide sitzen am Piano. „Wir werden vom Klavier nicht nur zu Songs begleitet, sondern eine musikalische Improvisation kann auch ein Stichwort sein, eine Idee vermitteln, eine Lücke überbrücken. Und schon geht ein Stück weiter“, sagt Julia Weber. „Mit unseren Waffen Spontanität, Fantasie, Gefühl und die unbändige Lust aufs Spiel werden wir wieder einmal für euch die Welt retten“, versprechen die von der unmöglichen Mission.