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Tipps für Einbruchschutz in Bonn: In vier Minuten ist alles geplündert

Tipps für Einbruchschutz in Bonn : In vier Minuten ist alles geplündert

Einbrecher haben Häuser und ihre Wohnungen sehr genau im Blick und schlagen zu, wenn niemand zu Hause ist. Die Polizei gibt Tipps, wie man ihnen das Leben schwer machen kann.

Der Kühlschrank ist fast leer, und nach dem Feierabend macht sich die Familie auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Dass der Supermarkt siebeneinhalb Fahrminuten von dem kleinen Einfamilienhaus in einem Vorort entfernt liegt, wissen aber nicht nur Vater, Mutter und die beiden Kinder, sondern auch die beiden Männer, die gegenüber auf der anderen Straßenseite in einem älteren, unauffälligen Kombi sitzen.

Kaum hat die Mutter die Familienkutsche aus dem Carport gelenkt, machen sie sich auf den Weg zum von den Nachbarn nicht einsehbaren Küchenfenster an der Seite des Hauses.

Spannung wie in einem Kriminalroman herrschte am Montagabend im Bonner Polizeipräsidium. Aber der Vortrag von Hans-Jürgen Hoppe war keine Lesung, sondern eine Präventionsveranstaltung, bei der der Kriminalhauptkommissar über die Möglichkeiten zur wirksamen Sicherung von Fenstern und Türen informierte.

„Sie können sich sicher vorstellen, wie es weitergeht“, wandte er sich an seine 30 Zuhörer: „Als die Familie nach einer halben Stunde zurückkehrt, ist die Wohnung auf links gedreht, und neben Geld und Schmuck sind auch diverse Kreditkarten und die teure neue Spiegelreflexkamera samt Objektiven verschwunden.“

Auch bei kürzerer Abwesenheit solle sich niemand in Sicherheit wiegen, sagte Hoppe: „Wir haben den Film einer Überwachungskamera gefunden, der zeigte, dass Profis eine Wohnung in viereinhalb Minuten plündern können.“ Das habe selbst viele seiner Kollegen überrascht.

Wie berichtet, müssen sich derzeit sechs mutmaßliche Mitglieder der sogenannten Fensterbohrer-Bande im Alter zwischen 20 und 43 Jahren für eine Serie von Einbrüchen vor allem in Bonn und der Region verantworten. Die in U-Haft sitzenden Angeklagten sollen im vergangenen Herbst innerhalb von zwei Monaten in 40 Häuser eingestiegen sein, darunter auch welche in Limperich.

Wie man es Langfingern aber zumindest schwer machen kann, erfuhren die Teilnehmer der Infoveranstaltung dann während des weiteren circa anderthalbstündigen Vortrags und in einem zwischendurch gezeigten Film.

Wichtigste Vorbeugungsmaßnahme sei die wirksame Sicherung der Türen und Fenster. Hoppe zeigte anschließend anhand von Modellen den neuesten Stand der Technik. „Die DIN 18104 zur Nachrüstung von Sicherheitstechnik unterscheidet in zwei Teilen zwischen aufgeschraubten Panzer- oder Querriegeln und innenliegenden Mehrfachverriegelungen“, erläuterte er.

„Unglaublich, wie schnell manche Fenster aufgebrochen sind“, staunte eine Zuhörerin. „Ich schaue jetzt zu Hause nach, welche Fenster wir verbaut haben und werde mich dann Schritt für Schritt um mehr Sicherheit für mein Zuhause kümmern.“

„Unsere Auswertungen zeigen, dass Einbrecher in jedem zweiten Fall an den Sicherungseinrichtungen von Fenstern und Türen scheitern“, erklärte er. Aber auch richtiges Verhalten und aufmerksame Nachbarn könnten helfen, Einbrüche zu verhindern.

Wer sich über Möglichkeiten zur Einbruchsprävention informieren möchte, hat dazu während der Aktionswoche „Riegel vor“ bei einem Aktionstag im Polizeipräsidium am 26. Oktober von zehn bis 17 Uhr Gelegenheit.

Tipps für eine sichere Wohnung