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Steigender Rheinpegel in Bonn: Inhaber des Bundeshäuschens bereiten sich auf Hochwasser vor

Steigender Rheinpegel in Bonn : Inhaber des Bundeshäuschens bereiten sich auf Hochwasser vor

Ausnahmsweise mal nicht im Winter: Aufgrund des anhaltenden Regens sichern die Inhaber des Bundeshäuschens in Oberkassel den Keller und räumen die Ware aus. Ab einem Rheinpegel von 7,20 Metern droht dieser überzulaufen.

Den Stress merkt man Monika Opgenorth vom Café und Restaurant Bundeshäuschen am Mittwochvormittag nicht an. Freundlich antwortet sie auf die Fragen des GA zum drohenden Hochwasser. Dabei haben sie, die Familie und das Team gerade alle Hände voll zu tun. Sie räumen mal wieder die Waren und Gegenstände aus dem Keller, bevor Wasser in das Haus eindringt. Sie wollen alles sicher an einem anderen Ort verstauen. Eines ist diesmal anders: Ausnahmsweise droht das Hochwasser mal nicht im Winter.

Monika Opgenorth ist mit dem Inhaber Eberhard Opgenorth verheiratet. Seit 1978 betreibt er das Ausflugslokal, seit 1979 unterstützt ihn seine Ehefrau. Zum Team gehört zudem Sohn Michael. Die Nähe zum Rhein ist ein Standortvorteil. Noch am Dienstagabend genossen Gäste, wenn auch weniger als in den vergangenen Jahren, den Blick aufs Wasser – rheinaufwärts in Richtung Königswinter, rheinabwärts in Richtung Bonn. Die Nähe hat aber auch einen Nachteil: bei steigendem Rheinpegel. Kritisch wird ein Stand von sieben Metern an einigen Stellen des Ufers im Bereich Bonn. Am Bundeshäuschen spült das Wasser dann die Wiese und den Wanderweg oder sogar die Terrasse  voll. Nach offizieller Angabe der Stadt lag der Rheinpegel am Mittwoch gegen 18 Uhr bei 5,44 Metern.

Pegelstand: Ab 7,20 Metern läuft der Keller voll

Für Familie Opgenorth ist eine Marke wichtig: In der Regel läuft ab einem Rheinpegel von 7,20 Meter der Keller des Gasthauses voll. Dass es dazu kommen wird, dessen ist sich Monika Opgenorth am Mittwoch sicher: „Ich weiß nicht, wie viel es noch regnen wird. Aber der Keller wird voll sein.“ Wie oft das seit Ende der 1970er Jahre passiert ist, weiß sie nicht. „Nach dem 40. Mal habe ich nicht mehr gezählt“, sagt sie.

Nachdem das Team vorsorglich den Biergarten im Außenbereich abgeräumt hat, geht es am Mittwoch in den Keller. Waren aus drei Kühlhäusern, aus dem Wein- und dem Trockenlager räumen die Helfer aus. Die Kisten kommen auf Rollwagen, die in Anhänger geschoben werden; diese werden in eine Halle gefahren. Auch Freunde hätten angeboten, Waren vorübergehend in ihren Garagen unterzubringen. Ansonsten heißt es für das Team abwarten. „Wir wollen das Lokal so lange öffnen, wie es geht“, sagt Monika Opgenorth.

Sollte Rheinwasser in den leer geräumten Keller eindringen, beginnt auch nach dem Abfließen eine eingeübte Routine: Die Inhaberfamilie verfügt über Pumpen und Trockengeräte und setzt sie ein. „Und dann wird durchgelüftet“, sagt Monika Opgenorth. Auf der Internetseite des Gasthauses gibt es übrigens sogar eine eigene Rubrik: „Hochwasser im Bundeshäuschen“. Bilder zeigen eindrucksvoll, wie weit das Rheinwasser vordringen kann. Auf einer Luftaufnahme von 1995 ist das Bundeshäuschen bis zum Dachgeschoss von Wasser umgeben, nur der dahinterliegende Bahndamm und einige Bäume ragen heraus.

Wie berichtet, waren die Inhaber des Bundeshäuschens zuletzt im Februar vom Hochwasser betroffen. Zugleich hatte es Irritationen bezüglich des damals angezeigten Pegelstands und der Lage vor Ort gegeben. Fast einen halben Meter betrug der Unterschied.