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Jugendliche aus Deutschland und Griechenland: Internationaler Austausch im Haus Annaberg

Jugendliche aus Deutschland und Griechenland : Internationaler Austausch im Haus Annaberg

Jugendliche aus Griechenland und Deutschland haben sich gemeinsam mit Diversität, Diskriminierung und Empowerment auseinandergesetzt. Bei Workshops, Gruppenspielen sowie Tagesausflügen sprudeln die Ideen. Im August treffen sie sich erneut, dann in Kryoneri auf der Halbinsel Peloponnes. Anschließend soll ein zweisprachiges Buch entstehen.

Deutsche und griechische Jugendliche haben sich jetzt eine Woche lang zum internationalen Austausch in Friesdorf getroffen. Zu Themen wie Diversität, Diskriminierung und Empowerment (dt. Stärkung) gab es im Haus Annaberg in Friesdorf Workshops und Gruppenspiele sowie Tagesausflüge nach Bonn und Köln. Der Besuch aus Griechenland war der erste Teil eines Ferienprojektes, dass der Beueler Verein „Kleiner Muck“ jährlich organisiert. Vom 5. bis 12. August treffen sich die Jugendlichen erneut, dann in Kryoneri auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland.

Diversität sei eine Bereicherung für die Gesellschaft, teilte der Verein mit. Die Gedanken der Jugendlichen zu dem Thema sollen in einem deutsch-griechischen Kinderbuch zum Ausdruck kommen. „Das Kinderbuch bildet sich aus vier unterschiedlichen Geschichten, die sich mit Diversität auseinandersetzen. Jede Gruppe legt einen anderen Fokus auf das Thema“, erklärte Jule Lilo Knop (29) vom Verein „Kleiner Muck“. Mit der Gruppenarbeit sollte das Gelernte auch Kindern zugänglich gemacht werden. „Der Sammelband wird an öffentlichen Plätzen wie Bibliotheken ausgelegt und als Lehrmaterial an Grundschulen verteilt werden.“

Geschichten sollen helfen gegen Diskriminierung

Eine fünfköpfige Gruppe etwa hatte sich eine Geschichte über ein rotes Dreieck ausgedacht, dass auf seinem Planeten nur mit den selben Formen zusammenlebt und davon gelangweilt ist. Das Dreieck bereist daraufhin neue Welten und lernt andere Formen und Farben kennen. Zum Ende der Geschichte überzeugt es seine Artgenossen davon, dass es eine Bereicherung ist, unterschiedlich zu sein. „Für mich ist Diversität sehr wichtig, weil ich glaube, dass das unsere Gesellschaft interessanter macht“, meinte Giannis (20), der an der Geschichte mitschrieb.

Apollonas (16) lernte, dass es verschiedene Formen von Diskriminierung gibt - wie Beruf und Alter. „Ich habe mich in der Woche sehr weiterentwickelt und möchte das Gelernte gegenüber der Gesellschaft vorleben“, sagte der Grieche. Stavrina (21) hatte am Besuch in Deutschland großen Spaß und berichtete von einem „guten Prozess“.

Gegenseitige Sympathie kommt schnell auf

Alwina (19) und Lisa (18) wiederum fanden die Zusammenarbeit mit den griechischen Gästen sehr schön. „Wir haben uns alle miteinander schnell verstanden und viele Gemeinsamkeiten gefunden“, sagten sie. Knop berichtete von einer beeindruckenden Gruppenarbeit. „Die Jugendlichen waren immer sehr reflektiert und konzentriert, egal bei welchem Programm“, so die pädagogische Fachkraft. Anfängliche Berührungsängste seien schnell verflogen.

Das Format Internationale Jugendbegegnung wird vom Bund, vom Land NRW und mit EU-Mitteln unterstützt. Die Leitung für den deutsch-griechischen Austausch teilt sich der Verein „Kleiner Muck“ in Kooperation mit dem Verein „Lucky Luke“ und der griechischen Organisation „Filoxenia“. „Während der Ferien haben Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren außerhalb der Schule die Möglichkeit, mit unserer Organisation an einer internationalen Jugendbegegnung teilzunehmen“, sagte Knop.

Die Teilnehmenden verbringen je eine Woche in Deutschland und eine Woche im Partnerland. Jeder Austausch beinhalte ein gemeinsames Projekt und einen inhaltlichen Schwerpunkt. „Generell erlernen Jugendliche bei internationalen Jugendbegegnungen vielseitige Kompetenzen wie das Kennenlernen von einer neuen Sprache. Wir erleben immer, dass die Teilnehmer aus den Projekten anders herauskommen, als wie sie gestartet sind“, sagte Knop. Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.kleiner-muck.de.