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Bürgerversammlung zum Jugendzentrum Flax: Jetzt haben die Jugendlichen das Wort

Bürgerversammlung zum Jugendzentrum Flax : Jetzt haben die Jugendlichen das Wort

Nach langen Diskussionen zwischen Verwaltung und Politik steht jetzt der Termin für die Jugend-Bürgerversammlung zum Thema "Neuorganisation des Jugendzentrums Flax" fest: Am Donnerstag, 27. September, können die Besucher der Jugendeinrichtung ab 19 Uhr im Rathaus Beuel ihre Meinung zu den Plänen der Stadt Bonn sagen.

Die Stadt will die Trägerschaft des Flax an einen Verbund aus Jugendfarm, Kleiner Muck und Diakonischem Werk abgeben. Grund: Zum einen soll das Angebot auf das aktuelle Freizeitverhalten der Jugendlichen angepasst und vielfältiger werden. Zum anderen erhofft sich die Stadt durch den Trägerwechsel Kosteneinsparungen.

Wegen dieser geplanten Neuausrichtung kam es bei der August-Sitzung der Bezirksvertretung Beuel zu einem Eklat (der GA berichtete). Grund: Weil die Verwaltung immer noch nicht die Jugend-Bürgerversammlung durchgeführt hatte, setzte Bezirksbürgermeister Werner Rambow in Absprache mit den Fraktionen das Thema von der Tagesordnung ab. Folge: Die 60 mit Plakaten angerückten Jugendlichen und Betreuer ließen ihren Frust darüber lautstark raus. Sie musten des Saales verwiesen werden.

Bei der geplanten Neuorganisation des Jugendzentrums Flax sind die Grünen für die Jugendlichen zum Buhmann geworden. Rambow wurde während der Sitzung und die Stadtverordnete Doro Paß-Weingartz vor dem Sitzungssaal von Jugendlichen beschimpft und beleidigt. Zusätzlich wurde die Grüne Ratsfraktion in einem Flugblatt heftig angegriffen.

Die Grünen werden von den Jugendlichen dafür verantwortlich gemacht, dass die Jugendeinrichtung in der Ringstraße umstrukturiert und an neue Träger übergeben werden soll.

Die Grünen fühlen sich völlig missverstanden. Dazu die Grünen- Sprecherin Doro Paß-Weingartz: "Das Jugendzentrum hat bisher montags bis freitags bis 17 Uhr geöffnet. Vormittags sind Kinder und Jugendliche in der Schule, nachmittags viele in der OGS oder in Vereinen. Ein Jugendzentrum sollte dann geöffnet haben, wenn Kinder und Jugendliche es auch besuchen können." Das neue Konzept sehe deshalb eine optimale Nutzung der räumlichen Ressourcen vor, zum Beispiel Vormittags-, Abend- und Wochenendnutzung. Vormittags sollen dort Angebote für Eltern wie zum Beispiel Elternkompetenzkurse angeboten werden, so die Politikerin.

Außerdem sollen schulübergreifende, außerunterrichtliche Angebote in Verbindung mit vorhandenen Ganztagsangeboten wie zum Beispiel ein Schülercafé eingerichtet werden. "Örtlich selbst organisierte Jugendgruppen wie Bands oder Theatergruppen sollen einbezogen werden, und vor allem soll das offene Angebot an die veränderten Freizeitbedarfe von Schülern angepasst werden. Das bedeutet, Öffnungszeiten im offenen Bereich ab 17 Uhr sowie Abend- und Wochenend-Öffnungszeiten", erklärte Paß-Weingartz.

Wesentlich sei auch, dass alle Schulen in der unmittelbaren Umgebung, die Gartenschule, die Realschule Beuel, die Förderschule Gartenschule, die Paul-Gerhardt-Grundschule sowie die Kita Regenbogen und die städtischen Kitas Limpericher Straße und das Familienzentrum Am Stadion eingebunden werden, so die Stadtverordnete. Entgegen der anonymen Behauptungen werde hier nicht an Kindern und Jugendlichen gespart, sondern die Verwaltung unterstütze das Konzept finanziell.

In dem anonymen Flugblatt werden die Grünen bezichtigt, sie "schieben sich und ihren Organisationen also mit voraussichtlicher Unterstützung weiterer Parteien selbst Geld in die Tasche". Dazu die Grüne Sprecherin: "Die Jugendfarm und der Kleine Muck sitzen als Vertreter der Jugendhilfe im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie, wie auch das Diakonische Werk und viele andere Vertreter der freien Jugendhilfe.

Jugendfarm und Kleiner Muck wurden auf Vorschlagsrecht der Grünen im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie benannt, sind aber in keiner Weise an die Grünen oder an deren Abstimmungen gebunden, anders als bei anderen Fraktionen, in denen die freien Träger einem Fraktionszwang unterliegen." Allerdings bleibe festzustellen, so Paß-Weingartz, dass die Vergabe von Verträgen und die Vorbereitung dazu alleiniges Geschäft der Verwaltung sei. Deshalb sei diese Unterstellung reine Stimmungsmache.