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JSG Beuel: Ex-Fußballprofis sollen den Verein motivieren

Fußball in Beuel : Ex-Fußballprofis sollen den JSG Beuel motivieren

Beim Ferien-Fußballcamp der JSG Beuel geben die Ex-Bundesliga-Profis Marcel Witeczek und Michael Klinkert ihre Tipps und Tricks an den Nachwuchs weiter. Der Verein beklagt durch die Corona-Krise einen Mitgliederschwund von mehr als zehn Prozent.

Wer die Europameisterschaft gewinnt? Jan Luka hatte dazu schon vor Anpfiff des Finales eine feste Meinung: Italien habe zwar den besseren Torwart, aber im Elfmeterschießen werde es verlieren. „Die Engländer haben bessere Elfmeterschützen.“ Der Zwölfjährige hat auch eine gute Vorstellung davon, wohin er fußballerisch will: „So hoch wie möglich.“ Am besten zu seinem Lieblingsverein FC Barcelona. Dessen Stars kennt der Spieler der Jugendsportgemeinschaft (JSG) Beuel natürlich alle.

Er nahm letzte Woche am Sommercamp seines Vereins im Franz-Elbern-Stadion teil. Die beiden Ex-Profis, die dort als Überraschung hinkamen, um mit den Kids zu trainieren, kannte Jan Luka aber nicht: Marcel Witeczek und Michael Klinkert haben lange vor seiner Zeit in der Bundesliga gespielt. Die beiden sind deutschlandweit die einzigen ehemaligen Profis, die für die AOK Rheinland/Hamburg als Referenten arbeiten und regelmäßig mit dem Nachwuchs kicken.

„Junge Leute erreicht man über Vorbilder“

Sie organisieren Trainingscamps, unterrichten an Schulen und besuchen abends auch Vereine, um zu motivieren, „dass die Kinder später weiter sportlich gesund bleiben“, so Witeczek. „Nach Corona muss das verstärkt passieren.“ Da seien Motivation und Motorik bei vielen auf der Strecke geblieben. Das hat auch Helmut Schneider, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg, festgestellt. Um so wichtiger sei Prävention. „Junge Leute erreicht man über Vorbilder.“ Deshalb waren die beiden Ex-Profis nach Beuel gekommen, auch wenn sie kaum einer kannte.

Aber als sie sich vorstellten, gingen einigen Kindern die Augen auf. Witeczek hat zwischen 1991 und 2003 in Kaiserslautern, München und Mönchengladbach gespielt, Klinkert zwischen 1987 und 2001 auf Schalke und ebenfalls in Mönchengladbach. Daneben waren sie bei kleineren Traditionsvereinen aktiv. Sie spielten verschiedene Übungen mit den Kindern durch, stellten auch ein Speedometer auf, mit dem man die Schießgeschwindigkeit misst und sorgten einfach dafür, dass die kleinen Spieler eine schöne Zeit hatten.

Hauptsächlich waren laut dem JSG-Vorsitzenden Herbert Nöllgen vereinseigene Kinder zum Fußballcamp auf dem Kunstrasenplatz gekommen. Aber einige spielten auch woanders. 40 Kinder waren in der ersten Woche da, 30 werden es in der zweiten sein, was daran liegt, dass ein Trainer ausfällt. Die Kinder freuten sich darüber, sich wieder auf dem Platz bewegen zu können. Und auch die teilweise komplexen Übungen, die die Profis ihnen zeigten, verstanden sie letztlich alle.

Corona hat nicht nur die Kinder träger gemacht, sondern auch die Mitgliederzahl des Vereins ausgedünnt: „Wir hatten über zehn Prozent Abmeldungen“, sagte Nöllgen. Genauer gesagt: Vor der Pandemie hatte man 350 Mitglieder und 19 Mannschaften, jetzt sind es 300 Mitglieder in 16 Teams. Außerdem gebe es Wackelkandidaten, die mal zum Training kämen und mal nicht, wie es ihnen gerade passe. Wichtig sei deshalb, dass die Eltern die Kinder motivierten, wieder zum Sport zu gehen. Ein solches Camp mit Profis sei da ein guter Antrieb.