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Konzert im Mehlem'schen Haus: Junge japanische und deutsche Musiker begeistern Publikum

Konzert im Mehlem'schen Haus : Junge japanische und deutsche Musiker begeistern Publikum

Dem Freund der klassischen Musik ging im Mehlem'schen Haus das Herz auf. Beim Preisträgerkonzert der Musikschule der Stadt Bonn am Mittwochabend konnte nicht nur ein ganz besonderes deutsch-japanisches Zusammentreffen gefeiert, sondern auch erstklassiger Musik gelauscht werden.

Es musizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundeswettbewerbes Jugend musiziert 2013 (allesamt Schüler der Bonner Musikschule) sowie fünf Preisträgerinnen von nationalen japanischen Musik-Wettbewerben. "Von so weit her sind bisher noch keine Gäste zu uns gekommen. Wir freuen uns über das besondere Konzert", sagte Uwe Gäb, Musikpädagogischer Leiter der Musikschule Bonn.

Die fünf japanischen Musikerinnen im Alter zwischen zehn und 19 Jahren befinden sich derzeit im Rahmen eines deutsch-japanischen Jugendaustausches, der vom Verband Deutscher Musikschulen organisiert wurde, in Nordrhein-Westfalen. Während des straff organisierten Programms besuchen sie mehrere Städte und lernen gleichaltrige, deutsche Musiker kennen. Bevor sich die japanischen Gäste Debussy, Chopin und anderen Meistern widmeten, besuchten sie in der Bonngasse das Beethoven-Haus, erkundeten die Stadt und unternahmen eine Schifffahrt auf dem Rhein.

Am Abend wurde das Konzert fulminant durch Jana Tissen (Blockflöte), Michéle Wolter (Blockflöte), Carla Norwig (Violoncello) und Luis Francke (Klavier) eröffnet, die "La Follia" von Antonio Vivaldi zum Besten gaben. Ichiyu Tanaka begeisterte das Publikum mit "L'Isle Joyeuse" von Claude Debussy am Piano. Die 18-jährige Japanerin zelebrierte ihr Spiel, bewegte sich rhythmisch mit, fast sah es so aus, als beobachte sie die Töne, die sich im stuckverzierten Konzertsaal verteilten. Ihre Leichtigkeit beim Spiel verblüffte - eine echte Konkurrentin für den chinesischen Starpianisten Lang Lang.

Ebenso beeindruckte die zehnjährige Ayane Sekiguchi an der Violine. Gemeinsam mit Tanaka spielte sie ein Rondo aus der Haffner-Serenade von Wolfgang Amadeus Mozart. Ihr Violinspiel muss man erlebt haben - unfassbar, wie professionell das kleine Mädchen spielte. Sofia von Freydorf (Violoncello), die von Oleg Krimer am Klavier begleitet wurde, begeisterte mit der Sonate C-Dur op. 102 Nr. 1 Andante Allegro vivace von Beethoven.

Von Freydorf wirkte hochkonzentriert. Alles in allem war es ein kurzweiliges Konzert, das die 15 jungen Musikerinnen und Musiker zum Besten gaben. Während die japanischen Gäste nur für eine Nacht in Bonn blieben, geht es für die Bonner Musikschüler am Wochenende nach Erlangen zum 50. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert".