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Kommentar: Junges Theater: Gemeinsame Aufgabe

Kommentar : Junges Theater: Gemeinsame Aufgabe

Es sei der bislang wichtigste Tag seiner Amtszeit, sagte Moritz Seibert, Intendant des Jungen Theaters Bonn (JTB), gestern bei der Vorstellung der neugegründeten Stiftung. Dass eine Lösung gefunden wurde, den Fortbestand des erfolgreichen Kinder- und Jugendtheaters in Beuel zu sichern, ist nicht zuletzt wohl auch dem Charisma und der Geschäftstüchtigkeit des Intendanten selbst geschuldet.

Seit Seibert die Intendanz 2003 übernommen hat, hat sich das JTB aus einer existenziellen Krise befreit. Es steht inzwischen auf soliden finanziellen Füßen. Diese Basis wird durch das nun ausgeklügelte Stiftungsmodell zusätzlich gestützt. Zwar lässt das vergleichsweise geringe Stiftungskapital keine großen Sprünge zu, aber es stabilisiert die Spielstätte, ohne den städtischen Haushalt über Gebühr zu beanspruchen.

Dass das Junge Theater eine große Bereicherung für Bonn ist, wird kaum jemand bestreiten. Einrichtungen wie diese zu erhalten, kann aber nicht allein die Aufgabe der Stadt sein. Neben der nötigen staatlichen Förderung ist die Eigeninitiative und Kreativität der Kulturschaffenden auch bei der Finanzierung gefragt. Kultursponsoring liegt bei Unternehmen im Trend. Sie haben dessen Werbewirksamkeit erkannt, wollen aber auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernehmen. Auch das kann helfen. Zwar besteht dabei die Gefahr, dass Kunst sich abhängig macht. Doch das ist bei einer Förderung staatlicherseits auch gegeben. Nicht zuletzt sind die Bürger gefragt, Kultureinrichtungen, die sie wertschätzen, auch zu unterstützen - und vor allem zu nutzen.