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Ramersdorfer JGV arbeitet an Chronik: Junggesellenverein gräbt in Erinnerungen

Ramersdorfer JGV arbeitet an Chronik : Junggesellenverein gräbt in Erinnerungen

Der Ramersdorfer Junggesellenverein feiert nächstes Jahr sein 110-jähriges Bestehen. Der Ehrenvorsitzende sucht für eine Chronik nach Informationen, vor allem ab den 50er Jahren.

Manche Dinge werfen einen langen Schatten, auch im Voraus. So ebenfalls beim Junggesellenverein (JGV) „Mythos Ramersdorf“, der 2022 sein 110-jähriges Bestehen feiern wird. Aus diesem Anlass beabsichtigt der JGV nach 2007 wieder eine neue Chronik herauszugeben.

Darin soll unter anderem auf die Historie des Maibrauchtums eingegangen, die Aufgaben des JGV aufgezählt und beschrieben, sowie das Vereinsgeschehen bei der Ausübung der traditionellen Brauchtümer im Mai, Kirmes, Karneval betrachtet werden. Als weitere Themen sind geplant: Königskette, Fähndelschwenken/Fähndel, Vereinslokal und der Verein der ehemaligen Maikönige in Ramersdorf, außerdem die Verbindung zum Freilichtmuseum Kommern.

„Da mir schon einiges an Material dafür vorliegt“, sagt Karl-Heinz Richarz, Ehrenvorsitzender der Junggesellen, der sich dieser Aufgabe angenommen hat, „möchte ich bereits frühzeitig alle Möglichkeiten nutzen, um noch unbekanntes Material zusammen zu tragen.“ Deshalb hat er die Bitte, ihn bei folgenden Themen mit Materialien zu unterstützen: Informationen und Dokumente, auch Zeitungsausschnitte, Fotos, spezielle Informationen über Feste im Mai, Karneval, Kirmes – bis etwa Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre gab es in Ramersdorf eine Kleinkirmes in der Gaststätte „Zur Linde“ – Schürreskarrerennen, Hahneköppe, Paias, Tanzveranstaltungen im Saal des Dorfkrugs zu allen Gelegenheiten, Informationen über die Fähndel. Außerdem sucht er Festschriften, die der JGV zum Maifest herausgegeben hat, aus den Jahren 1974, 1979 und 1994.

„Am 24. und 25.04.1951 berichtete der GA“, so Richarz, „dass Beueler Junggesellenvereine um ihre Zukunft bangen. Die Träger alter Heimattradition sind in fast auswegloser Lage“. Auf die Vereine waren Kosten wie Vergnügungs-, Umsatz- und Lohnsteuer, Musik, der Musikgebührenvereinigung Gema und Notopfer Berlin zugekommen, die ein hohes Risiko für die persönlich haftenden Vereinsmitglieder darstellten. „Was daraus geworden ist, weiß man nicht, vielleicht hat jemand Erinnerungen daran“, knüpft er Hoffnungen an das Erinnerungsvermögen älterer Ramersdorfer.

„Heute bangen wir wieder um unsere Zukunft“, stellt Richarz fest. „Denn wenn wir keine Feste mehr wie das Maifest zu Ehren unseres Maikönigs feiern dürfen, ja wenn die jungen Männer nicht einmal mehr die Königswürde ersteigern dürften, sehe ich für unser schönes Brauchtum schwarz.“ Ob es das Maifest oder das Eierkronenfest am Pfingstsamstag ist, oder die Seniorenkarnevalssitzung, die der JGV veranstaltet, die Kirmes mit dem Schürreskarrenrennen – die Schürreskarre ist eines der Ramersdorfer Wahrzeichen und ziert den Brunnen am Dorfplatz „An de Löng“ – und dem Paias, der „Mythos“ zieht sich durch das gesamte Kalenderjahr. „Doch wenn wir nicht mehr feiern dürfen, wie im letzten Jahr und dieses Jahr sieht es auch nicht besser aus, dann weiß ich nicht, was aus unserem Junggesellenbrauchtum wird.“ Doch zumindest für 2022, zum 110-jährigen Bestehen, ist Richarz noch positiv gestimmt.

Informationen und Materialien werden erbeten an: Karl-Heinz Richarz, Kreuzritterstraße 13, 53227 Bonn, Telefon 0228/443331 oder per E-Mail an info@jgv-ramersdorf.de.