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Schüleraustausch an der Gesamtschule: Karibisch-rheinische Fröhlichkeit

Schüleraustausch an der Gesamtschule : Karibisch-rheinische Fröhlichkeit

22 Austauschschüler aus Guadeloupe sind bis Mitte März zu Gast in der Gesamtschule Beuel. Bereits zum neunten Mal ist eine Schülergruppe der Karibikinsel, die zu Frankreich gehört, im Rheinland zu Besuch.

Wer sich eine Euro-Banknote ganz genau ansieht, findet Guadeloupe ganz klein unten in einer Ecke: Gemeinsam mit weiteren geografisch nicht zu Europa gehörigen Gebieten ist die Karibikinsel auf unserem Geld zu sehen, weil sie als Überseedepartement Frankreichs Teil der EU ist.

Bereits zum neunten Mal besucht aktuell eine Schülergruppe von der Insel die Gesamtschule in Beuel – der Besuch ist Teil eines mittlerweile seit 20 Jahren bestehenden Austauschprogramms zwischen der Beueler Schule und dem Lycée des Droits de l’Homme. Trecking im Regenwald versus Eislaufen im Kölner Lentpark, Besuch im Museum über die Geschichte der Sklaverei gegen einen Besuch im Bonner Haus der Geschichte: Der Austausch ist für die Schüler beider Schulen äußerst spannend und bietet mehr als genug Gelegenheiten, Neues kennenzulernen.

"Ich wollte zu sehen der Schnee"

Seit 1996 machen sich alle zwei Jahre Beueler Schüler des zehnten und elften Jahrgangs auf die Reise zu den Kleinen Antillen; Petit-Bourg heißt die Gemeinde mit knapp 25.000 Einwohnern, aus der die jungen Franzosen stammen, und liegt auf Basse-Terre, der kleineren der beiden Hauptinseln des Departements.

Besuch und Gegenbesuch finden seit einiger Zeit immer kurz aufeinanderfolgend statt: „Das machen wir, um den Austausch zu intensivieren“, erklären Ulrike Witt und Claudia Valère. Die beiden Lehrerinnen hatten sich 1994 auf der Insel kennengelernt: „Ich war drei Wochen zu einer Hospitation über den pädagogischen Austauschdienst auf Guadeloupe“, erinnert sich Witt. Gemeinsam mit ihrer ebenfalls aus Deutschland stammenden Kollegin, die an der französischen Partnerschule unterrichtete, hat sie zwei Jahre später den ersten rheinisch-karibischen Schüleraustausch ins Leben gerufen.

Zur größten Freude einiger Schülergenerationen: „Ich wollte zu sehen der Schnee“, erklärt der 15-jährige Nicolas Navis in noch nicht hundertprozentigem Deutsch. Und wenn es auch nicht viel war – nach ihrem Besuch am Wochenende im Siebengebirge konnten die Austauschschüler unter diesen Programmpunkt einen Haken setzen.

Auch Diandra Chatelard und Lorenza Couchy sind begeistert von der Reise: „Ich will gerne einmal Journalistin werden“, erklärt Lorenza ihre Entscheidung, Deutsch zu lernen. Neben Englisch als erster, können die Schüler an ihrem Gymnasium zwischen Spanisch, Deutsch und Portugiesisch als zweiter Fremdsprache wählen. Oder Kreolisch: Ähnlich wie in der Bretagne und anderen Regionen Frankreichs, können sich die Schüler in der Karibik auch dafür entscheiden, ihre Fähigkeiten in der regionalen Sprache auszubauen.