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Kita-Neubau an der Limpericher Straße: Kinder warten auf ihr neues Haus

Kita-Neubau an der Limpericher Straße : Kinder warten auf ihr neues Haus

Schon vor einem Jahr hätten die Kinder ihre neue Kita-Einrichtung einziehen sollen. Doch die Baustelle liegt weiterhin brach. Die Eltern macht das wütend.

Das Lied vom „Fleißigen Handwerker“ hätten die Kinder der Elterninitiative „Kids“ gerne längst gesungen, um die Arbeiter anzuspornen. Aber dafür gab es für die Zwei- bis Sechsjährigen bisher noch keine Gelegenheit. Dabei hätten sie den Neubau ihrer Einrichtung an der Limpericher Straße von ihrem Übergangsquartier im Containerdorf an der Jugendeinrichtung „Flax“ gut im Blick, um genau zu beobachten, wie ihr Domizil Stein um Stein wächst.

Zu sehen gibt es bisher jedoch nichts. Es tut sich einfach nichts auf der Baustelle. Dabei sollte dort längst Kinderlachen zu hören sein. Denn – so die ursprüngliche Planung – bereits Anfang 2020 sollten Erzieher und Kinder in den Neubau einziehen (der GA berichtete). Der damalige Jugendamtsleiter hatte 2017 in der Bezirksvertretung Beuel versprochen, dass die Verwaltung die „Kids“ bei der Suche nach einer neuen Unterkunft nicht im Stich lassen wird.

Kita verfügt über insgesamt 52 Betreuungsplätze

Immobilienprobleme sind für die Elterninitiative nichts Neues. Zuvor in einem Gebäude im Combahnviertel untergebracht, mussten die „Kids“ auf Wohnungssuche gehen, nachdem der Vermieter ihren Vertrag gekündigt hatte. Trotz aller Mühe fanden die Eltern allerdings nichts Passendes. Umso erleichterter waren Kinder, Eltern und Erzieher, als die Stadt „einsprang“. Nach dem „Bonner Modulmodell“ soll auf dem städtischen Grundstück in Höhe der Erwin-Kranz-Halle ein Neubau errichtet werden. Geplant ist eine Kita mit drei Gruppen, eine für 20 Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung, eine weitere für zehn Kinder von vier Monaten bis drei Jahren und eine mit 22 Plätzen für Kinder ab drei Jahren. So verfügt die Kita über insgesamt 52 Betreuungsplätze, davon entfallen 16 auf Kinder unter drei Jahren.

Da naturgemäß auf Baustellen nicht immer alles reibungslos läuft, wurde der ehrgeizige Terminplan für den Umzug in die neue Tagesstätte schnell verschoben. Nun ging man davon aus, dass die Arbeiten bis zum Sommer 2021 beendet sein werden. Doch auch dieses Datum wird nicht zu halten sein, da bisher nur erste Vorarbeiten erledigt wurden. Nach derzeitigem Stand werden erst 2023 die Umzugskisten gepackt werden können.

Baubeginn voraussichtlich Anfang 2022

„Darüber sind wir alles andere als froh“, kommentiert Andrea Gohsen, die Leiterin der Einrichtung. Weshalb verzögert sich die Fertigstellung? „Das wissen wir nicht“, antwortet die Pädagogin. Nach mehrfacher Nachfrage des GA äußerte sich nun die Stadt. „Nach der für den Abschluss der Vorplanung erforderlichen Rückmeldung des Trägers ist diese nun abgeschlossen. Die Kostenschätzung wird den politischen Gremien Ende April/Anfang Mai zur Entscheidung vorgelegt. Im Nachgang erfolgt die Entwurfsplanung“, so die Stellungnahme der Verwaltung. Voraussichtlich Anfang 2022 könne dann mit dem Bau begonnen werden. Ein Jahr später wäre die Fertigstellung. Eine Perspektive, mit der sich die Eltern arrangiert haben. „Aus unserer Sicht ist der Planungsprozess für den neuen Kindergarten momentan auf einem guten Weg. Wir hoffen sehr, dass die Entwürfe nun planmäßig in die zuständigen Gremien eingebracht und die weiteren Schritte zügig umgesetzt werden“, erklärt Andreas Duckheim von der Elterninitiative.

So werden die Zwei- bis Sechsjährigen noch länger in einem Provisorium untergebracht. Und das Leben im Container ist für Kinder und Erzieher nicht gerade leicht. „Im Winter ist es zu kalt und im Sommer zu heiß“, beschreibt Gohsen die derzeitige Situation. Besonders der betonierte Außenbereich macht allen das Leben schwer. Denn selbst der kleinste Sturz ist meist sehr schmerzhaft. „Unser Verbrauch an Pflaster ist aktuell sehr hoch“, reagiert sie mit Galgenhumor.

Ab Ende 2022 soll ein neuer Spielplatz gebaut werden

Durch den geplanten Neubau fällt in diesem Bereich eine bisher rege genutzte Spielfläche weg. Deshalb soll in unmittelbarer Nähe ein neuer Spielplatz an der Ringstraße entstehen. Aber auch bei diesem Projekt ist Geduld gefragt. Bis die ersten Burgen im Sandkasten gebaut werden können, dauert es noch lange: Frühestens Ende 2022 wird mit dem Bau eines neuen Spielplatzes begonnen werden. „Das Projekt wurde ins Arbeitsprogramm 2021/2022 des Amtes für Umwelt und Stadtgrün aufgenommen. Nach der Freigabe des Haushalts im Herbst 2021 wird die Stadt einen Landschaftsarchitekten beauftragen und mit den Planungen beginnen“, so Markus Schmitz vom Presseamt. Es wird noch mindestens eineinhalb Jahre dauern, bis es im Bereich Ringstraße/Ecke Rilkestraße Sandkasten, Schaukeln oder Rutschen gibt.

Eigentümer des Areals ist die Stadt. Im Bebauungsplan ist dieses Gelände als Spielplatz ausgewiesen. „Das Areal bietet ausreichend Platz, um eine attraktive Spielfläche an diesem Standort zu errichten“, hieß es in der damaligen Mitteilung der Verwaltung. Bedenken, dass der Spielplatz aufgrund eines erhöhten Grundwasserstandes bei einem Hochwasser des Rheines gefährdet sei, teilt die Stadt nicht. Es würden „grundsätzlich keine Bedenken“ bestehen. Allerdings sollte bei der Planung einem möglichen Hochwasser und seinen Folgen Rechnung getragen werden.