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175 Jahre Bücherei in Vilich: Kleine feine Anlaufstelle für Leseliebhaber

175 Jahre Bücherei in Vilich : Kleine feine Anlaufstelle für Leseliebhaber

In der KÖB St. Peter in Bonn-Vilich hat man Grund zum Feiern. Am 26. August wird das Jubiläum begangen. Seit 1846 gibt es Lesestoff für die Menschen im Stadtteil. Bücher gehen heute besser als Tonträger oder DVDs.

Seit 175 Jahren gibt es eine katholische öffentliche Bücherei (KÖB) in Vilich. Zur Jubel-Feier lädt das Leitungsteam mit Margit Hoppe für Samstag, 28. August 2021, um 16 Uhr vor und in das Haus der Begegnung, Adelheidisstraße 19, ein. „Bei einem kleinen Imbiss und erfrischenden Getränken wollen wir mit Ihnen 175 Jahre Bücherei in Vilich feiern“, sagt Hoppe. Und der Spielkreis „Alt-Vilich“, der von der ehemaligen Bücherei-Leiterin Ursula Becker immer wieder auf die Beine gestellt wird, wird die Besucher mit kleinen Sketchen erfreuen.

Als „klein aber fein“ kann man diese Bücherei bezeichnen. Vor annähernd 15 Jahren wurden die Abläufe von Karteikarten auf PC umgestellt, vor rund fünf Jahren die Kinderecke neu gestaltet. „Denn Kinder gehören zu unseren treuesten Kunden“, berichtet Hoppe. Jetzt sollen sukzessive auch die anderen Bereiche modernisiert werden, um auch die Erwachsenen mit einem freundlicheren Ambiente noch besser anzusprechen.

18 Ehrenamtler kümmern sich um 4500 Medien

Das ist schon deshalb dringend notwendig, weil es ziemlich eng ist in der guten Stube. Insgesamt 18 ehrenamtlich Tätige arbeiten in der Bücherei und kümmern sich um 4.500 Medien und betreuen 300 Leser und Leserinnen. Außer Büchern gibt es hier auch Filme, Spiele und Hör-CDs. „Bücher werden immer noch gerne ausgeliehen“, erzählt Margit Hoppe, „während CDs und DVDs nicht mehr laufen.“ Genauso wenig wie Karl May. „Haben wir entsorgt. Doch Serien sind immer noch der Renner, insbesondere bei den Kindern. Wobei die Reihe ‚Lotta-Leben‘ von Alice Pantermüller sowie die ‚Schule der magischen Tiere‘ von Margit Auer und Nina Dulleck besonders gefragt sind.“ Auch Harry Potter wird noch gerne gelesen, besonders in Englisch.

Die Bücherei wurde 1846 erstmals urkundlich erwähnt, als Einrichtung des örtlichen Borromäusvereins. Der Namensgeber dieses Vereins war ein ganz besonderer Geistlicher, der im 16. Jahrhundert lebte und wirkte. Karl Borromäus setzte mit viel Pragmatismus und kraft seines Amtes als Mailänder Erzbischof viele Beschlüsse des Trienter Konzils (1562/63) in die Tat um und strukturierte sein Bistum neu, zugunsten der einfachen Bevölkerungsschicht.

Vom Borromäusverein zur katholischen Einrichtung

Auch der nach ihm benannte Dachverband der KÖBs, der Borromäusverein, beruft sich auf diesen Pragmatiker, indem er sich verantwortlich fühlt für die Bildung und Leseförderung der Gemeindemitglieder, nach dem Motto: Nur ein wacher und kritischer Geist kann die Gesellschaft mitgestalten. Das gilt auch heute noch. Lediglich wurde aus einer Bücherei des Borromäusvereins, als die Bücherei sich auch für Nicht-Katholiken und Nicht-Gemeindemitglieder öffnete, eine katholische öffentliche Bücherei.

Die KÖB St. Peter ist jetzt nach den Sommerferien wieder 3x pro Woche für je 2 Stunden geöffnet: mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 10:30 bis 12:30 Uhr. „Übrigens“, so Margit Hoppe, „wir würden uns auch über weitere Verstärkung im Team freuen.“

Für den Besuch der Jubiläumsfeier ist eine schriftliche Anmeldung an koeb-vilich@outlook.com erforderlich, zum Einlass wird eine FP2-Maske sowie ein GGG-Nachweis benötigt.