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Spielplatztest in Beuel: Kleine Strolche sind kritisch

Spielplatztest in Beuel : Kleine Strolche sind kritisch

Die Tester sind überpünktlich. Das mag zum einen daran liegen, dass sie an diesem sonnigen Tag nicht viel in der Kita hält. Zum anderen sicher daran, dass es schlimmere Dinge gibt, als zwei Spielplätze auf Herz und Nieren zu prüfen.

Als Fachinstitution hat sich die Beueler Redaktion des General-Anzeigers die Telekom-Kita "Mobile Strolche" ausgesucht. Genauer: Emiliah (5), Karla (5), Amelie (4), Ville (5), Mikio (5), Nevio (5), Tim (5), und Nicolas (5), die Mitglieder des Kinderparlaments. Dieses Gremium darf in der Kita bei vielen Entscheidungen mitbestimmen. Die Erzieherinnen Anne Reinprecht und Johanna Kasperek sind ebenfalls mit am Start.

Das Kletterschiff: Der gerade frisch sanierte Traum aus Holz steht am Eingang zur Beueler Rheinaue an der Verkehrsschule. Amelie stürmt sogleich auf die Rutsche und hat einen prima Tipp zur Beschleunigung: "Du musst Sand mitnehmen." Eher langsamer würde es dagegen Emiliah angehen lassen, die angesichts schmaler Übergänge Probleme hat, von Backbord nach Steuerbord zu kommen. Hilfe von Erwachsenen brauchen die Kinder, wenn sie sich die Seilbahn auf die Startrampe hochziehen wollen. Das Fahren an sich findet Nevio aber "super leicht". Das Kletterschiff mag Erzieherin Kasperek gerne, weil es die Phantasie anregt. "Die Kinder können hier wahnsinnig gut in andere Rollen schlüpfen", meint sie. So entdecken die Abenteurer gleich, dass Ausguck und Piratenfahnen fehlen. Während der Trink- und Sand- aus-den-Schuhen-Pause sagt Klara: "Ich mag nicht, dass hier so viel Müll rumliegt." Hand in Hand geht es zur nächsten Station.

Spielplatz am Bonner Bogen: Seit November 2009 erfreut der futuristisch anmutende Spielplatz am Bonner Bogen die Kinder. Manche fordert er auch heraus. "Mann, Mikio, ist das schwierig", sagt Nevio, als er die bunten und sechs Meter in die Höhe ragenden Eichenholzbalken erklimmt. Nicolas gibt sich noch skeptischer: "Was haben die hier gebaut?" Aber dann geschieht, was Diplom-Designer Georg Kellner im Sinn hatte: Die Kinder erobern Schritt für Schritt die neue Spielwelt. Den Panoramablick aufs Siebengebirge nutzt Tim derweil, um Nicolas den Drachenfels zu erklären. Mikio will auf dem Gerüst "Pavian spielen", Ville hat die beiden Flüsterrohre entdeckt und macht mit Amelie regen Gebrauch davon. Emiliah bricht die Kletteraktion ab. "Ist mir zu schwierig", sagt die Fünfjährige und macht sich in den noch näher zum Rhein gelegenen Teil des Spielplatzes auf; "der ist mehr für Kleine". Dort allerdings bemerkt Karla, dass an einer Wippe ein Griff fehlt. "Das ist nicht nur hinderlich, sondern wegen der scharfen Kanten auch gefährlich", bemerkt Kasperek.

Fazit: Die Kinder favorisieren eindeutig den Platz am Bonner Bogen. Für weniger Wagemutige dürfte allerdings das Kletterschiff die bessere Alternative sein.