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„Beueler Bütt“: Kombibad in Pützchen kommt in zehn Jahren

„Beueler Bütt“ : Kombibad in Pützchen kommt in zehn Jahren

Die Bezirksvertretung Beuel spricht sich für Schließung der Beueler Bütt und den Neubau eines Kombibads in Pützchen aus.

Gegen die Stimmen von Grünen, Bürgerbund und der Linken hat sich die aus CDU, SPD und FDP bestehende Mehrheitskoalition für den Bau eines Kombibads auf dem Gelände des Ennertbads in Pützchen ausgesprochen. Diese Entscheidung fiel nach langer Diskussion in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Beuel.

Im Gegenzug wird die Beueler Bütt in der Goetheallee geschlossen, abgerissen und das städtische Grundstück für den sozialen Wohnungsbau genutzt. Allerdings gehen Verwaltung und Politik davon aus, dass dieses Vorhaben als Teil der Gesamtplanung „Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft“ erst in rund zehn Jahren realisiert werden wird. Deshalb mahnte Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) auch folgerichtig: „Den Letzten dürfen nicht die Hunde beißen. Will sagen: Die Umstrukturierung des Beueler Schwimmangebots muss auch als letzter Baustein der Gesamtplanung umgesetzt werden.“

Sportamtsleiter Stefan Günther zählte Gründe auf, weshalb die Stadt Bonn eine Zusammenlegung der Bäder für sinnvoll hält: „Die Beueler Bütt ist das Hallenbad in Bonn mit den geringsten Besucherzahlen. In den vergangenen Jahren kamen durchschnittlich nur 22.000 Schwimmgäste pro Saison.“ Seiner Meinung nach liegt die schlechte Quote an der unattraktiven und nicht zeitgemäßen Ausstattung des Hallenbads. Außerdem spreche der Sanierungsstau in der Beueler Bütt für eine Investition an einem neuen Standort. „Wir haben die Technik im Hallenbad und das Dach 2019 repariert, weshalb wir davon ausgehen, dass wir die Beueler Bütt noch bis zu zehn Jahre betreiben können“, so Günther.

Das Kombibad in Pützchen hat laut Stadt den Vorteil, dass dort ganzjährig Schwimmen für Schulen und Vereine angeboten und das Personal flexibler eingesetzt werden kann. Außerdem werde die Stadt die Schwimmflächen im Hallenbad deutlich vergrößern. Laut Günther müsse verwaltungsintern noch abgeklärt werden, ob sich das geplante Kombibad mit dem angrenzenden Flora-Fauna-Habitat-Gelände in Einklang bringen lasse. Da ist er allerdings optimistisch.

Die Grünen sind strikt gegen eine Zusammenlegung der Bäder. Michael Seeland dazu: „Die Beueler Bütt liegt zentral in Beuel und ist für die Besucher besser erreichbar.“ Auch die Parkplatzsituation am Rande des Naturschutzgebiets Ennert sehen die Grünen kritisch. Matin Eßer (FDP) entgegnete: „Die Planung macht in allen Punkten Sinn und verspricht vor allem ein Ende der leidigen Bäderdiskussion. Die Bürger können das Streitthema schon lange nicht mehr hören.“ Und Ralf Laubenthal (SPD) meinte: „Die Idee des Komibads ist nicht neu. Ich freue mich aber, dass die Stadtverwaltung jetzt auch zu dieser Erkenntnis gelangt ist.“

Die Kritik der Grünen an der Entfernung bezeichnete der SPD-Politiker zudem als nicht stichhaltig: „Für die einen wird die Anfahrt kürzer, für die anderen länger. Das ist doch relativ egal.“