Kriegsgräberpflege in Bonn „Wenn Inschriften nicht mehr lesbar sind, ist das ein Schritt in Richtung Vergessen“

Oberkassel · Rund 100 Soldatinnen und Soldaten haben in der ersten Juni-Hälfte Kriegsgräber in Bonn gepflegt. Damit wollen sie das Opfer der Verstorbenen ehren. Dass auch ihnen etwas im Auslandseinsatz zustoßen könnte, haben sie dabei stets im Hinterkopf.

 Die beiden Stabsunteroffiziere Alex (links) und Markus pflegen Weltkriegsgräber auf dem Friedhof in Bonn-Oberkassel.

Die beiden Stabsunteroffiziere Alex (links) und Markus pflegen Weltkriegsgräber auf dem Friedhof in Bonn-Oberkassel.

Foto: Christine Bähr

Stabsunteroffizier Alex, der wie seine Kameraden nicht mit vollem Namen genannt werden will, schwenkt noch ein letztes Mal den Hochdruckreiniger, dann ist der Grabstein von Friedrich Schmitz, geboren am 13. September 1924 und gestorben am 12. März 1945, wieder sauber. „Wir, die Soldatinnen und Soldaten des Stabsquartiers und des Kommandos der Streitkräftebasis in Bonn, machen das jetzt im dritten Jahr“, berichtet der 29-Jährige. „Indem wir die Gräber schön halten, können wir die Opfer der Verstorbenen ehren.“ Mit anderen Soldaten befreite er vor Kurzem auf dem Friedhof von Oberkassel mehrere Kriegsgräber von Unkraut und Moos und kärcherte die Grabsteine.