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Benefiz-Konzert für die Flutopfer in Beuel: Künstler verzichten auf ihre Gage

Benefiz-Konzert für die Flutopfer in Beuel : Künstler verzichten auf ihre Gage

Die Beueler Stadtsoldaten laden zu einem Benefizkonzert nach Pützchen ein. Der Reinerlös aus Kartenverkauf und Tombola geht an die Flutopfer an der Ahr. Ein Teil der Summe fließt ans GA-Weihnachtslicht.

Dass Karnevalisten eine zupackende Art auszeichnet, darüber wurde schon oft berichtet. Nachhaltige Brauchtumspflege bedarf großen Engagements. Aber auch über die Session hinaus helfen viele Karnevalisten dort aus, wo Hilfe benötigt wird. Ein Beispiel für gelungene Hilfsbereitschaft ist der nach wie vor andauernde Einsatz der Beueler Stadtsoldaten für die Menschen, die durch die Flutkatastrophe Mitte Juli  Leid und Elend erfahren haben.

Das Traditionscorps hat in den vergangenen Wochen unter dem Motto „Solida(h)rität“ ein großes Benefizkonzert auf die Beine gestellt, das am Samstag, 11. September, in Pützchen über die Bühne rockt. „Wir haben alle Beteiligten davon überzeugen können, dass sie ihre Arbeit, ihr Material und ihre Auftritte unentgeltlich abliefern. Darauf sind wir ein wenig stolz, aber vor allem sehr dankbar. Denn gerade die Künstler blicken auf eine Zeit zurück, in der sie coronabedingt auf nahezu alle Einnahmen verzichten mussten“, sagte  Hans Hallitzky, Kommandant des Beueler Stadtsoldaten-Corps in einem Gespräch mit dem GA.

Köbesse, Funky Marys und viele mehr treten auf

Die Liste der Stars, die ohne Gage auftreten, liest sich vielversprechend: Köbesse, Funky Marys, Druckluft und viele mehr. Beginn des Konzerts ist um 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr) auf dem Gelände des Historischen Jahrmarkts in Pützchen, Holzlarer Weg 42. Der Eintritt kostet 25 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Die Karten fürs Konzert gibt es bei Bonnticket. Maximal 500 Gäste werden auf das Gelände gelassen. Es gelten die 3G-Regeln.

Um den Reinerlös des Abends zu steigern, haben die Stadtsoldaten eine Tombola organisiert. Jedes Los kostet zehn Euro. Hauptpreis sind ein Vespa-Roller und zwei Übernachtungsgutscheine für je ein Wochenende in einem Wellness-Hotel.

Ziel: Bis zu 15.000 Euro Spendensumme

„Wir hoffen auf eine Summe von bis zu 15.000 Euro. Das Geld soll auf mehrere betroffene Orte und an das Weihnachtslicht des General-Anzeigers aufgeteilt werden“, sagte Hallitzky. Aus der Gemeinde Rech wird eine offizielle Abordnung an dem Konzert teilnehmen, um am Ende des Abends eine Geldspende mit nach Hause an die Ahr zu nehmen. Von dem Geld soll unter anderem eine Kinderspielplatz in Rech wieder aufgebaut werden.

An dem Wochenende, 11. und 12. September, an dem eigentlich Pützchens Markt stattfinden würde, werden die Stadtsoldaten auch wieder ihre schon legendäre Erbsensuppe kochen und verkaufen. Der Verzehr war zwar ursprünglich nur für heimische Haushalte gedacht. Nun wird die Aktion aber ausgeweitet. „Wir werden auch viele Rationen für Menschen in den von der Flut betroffenen Gebieten kochen, abfüllen und an die Ahr transportieren“, so Hallitzky.

Befreundetes Corps

Gefragt, warum sich die Stadtsoldaten seit Wochen für die Unterstützung der Menschen in Rheinland-Pfalz engagieren, antwortete der Kommandant: „Der Kontakt kam über die Rheinbacher Stadtsoldaten zustande, mit denen wir seit Jahrzehnten befreundet sind. Ein Kamerad des befreundeten Corps, der in Heppingen bei Ahrweiler lebt, war von der Flut persönlich stark betroffen. Dort sind wir mit 16 Kameraden hingefahren und haben zwei Tage lang geholfen, das Wohnhaus von Schlamm zu befreien. Die Wassersäule in seinem Haus stand sieben Meter hoch.“ Und als man das Elend vor Ort selbst miterlebt habe, sei für das Corps klar gewesen, dass man sich langfristiger engagieren müsse.