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Kinder- und Jugendzentrum HiP: Längst viel mehr als ein offener Treff

Kinder- und Jugendzentrum HiP : Längst viel mehr als ein offener Treff

Die Liste der Projekte ist lang. Das Kinder- und Jugendzentrum HiP in Neu-Vilich ist längst viel mehr als ein offener Treff. Vor zehn Jahren, im September 2004, wurde die offene Kinder- und Jugendeinrichtung an der Helene-Weber-Straße im neuen Wohngebiet offiziell eingeweiht.

Die Stadt hatte dem Verein Kleiner Muck die Trägerschaft des Jugendzentrums übergeben, weil sie von dessen Konzept überzeugt war. Die Kinder und Jugendlichen feiern heute mit einer Party den Geburtstag.

Katrin Birkhölzer ist von Anfang an Teil der Einrichtung. 2004 hat die heute 32-Jährige als studentische Hilfskraft angefangen, direkt nach dem Abschluss ihres Sozialpädagogikstudiums folgte eine Schwangerschaftsvertretung, schließlich übernahm sie die Leitung der Einrichtung. "Seit dem Beginn hat sich viel getan. Am Anfang waren wir vor allem ein offener Treffpunkt für Kinder und Jugendliche." Mit der Zeit sind immer mehr Projekte dazugekommen. "Und viele wollten wir dann nicht mehr aufgeben."

"Kicken ist HiP", ein offenes Fußballtraining, ist ein solches Projekt oder die Coachings für junge Bands, Kunst-, Theater- und Hörspielprojekte, die das HiP unter der Klammer "Die Musikstation" anbietet. Auch das Green-Juice-Festival ist im Dunstkreis des Jugendzentrums entstanden.

Junge HiP-Besucher, die in einer Band spielten, wollten ihre Musikbegeisterung mit anderen teilen und eine Bühne für junge Bands schaffen. Das Festival findet seit 2008 auf der Fußballwiese des HiP statt und zieht mittlerweile viele tausend Besucher an.

Kerngeschäft bleibt aber natürlich der offene Treff, der für Kinder ab sechs Jahren montags bis freitags von 15.30 bis 18.30 Uhr geöffnet ist, für Jugendliche ab zehn Jahren dienstags, donnerstags und freitags ab 18.30 Uhr. Im Durchschnitt kommen 30 Kinder und Jugendliche am Tag.

Einige Besucher werden seit Jahren begleitet. Birkhölzer ist die einzige hauptberufliche Kraft, fünf Honorarkräfte unterstützen sie, außerdem sechs weitere, die bei bestimmten Projekten helfen, und viele ehrenamtliche Unterstützer. "Die enge Personalsituation macht uns schon zu schaffen", sagt Birkhölzer.

Zu 75 Prozent wird der Jugendtreff aus städtischen Mitteln finanziert. Genügend Geld für die vielen Projekte über Förderungen und Spenden zusammenzubekommen sei eine Gratwanderung. "Wir freien Träger kämpfen gerade dafür, mehr kommunale Mittel zu bekommen."

"Wir stecken viel Energie rein, bekommen aber auch verdammt viel zurück", sagt Andy Port. "Es ist toll zu sehen, wie viel wir bei den Kindern erreichen können." Weil die Arbeit im HiP dem Politikstudenten so sehr gefällt, will der 26-Jährige auf soziale Arbeit umschwenken.