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Marquart-Gelände in Beuel: Lebensmittel-Discounter Lidl baut nun doch nicht

Marquart-Gelände in Beuel : Lebensmittel-Discounter Lidl baut nun doch nicht

Die Idee, auf das Marquart-Gelände an der Kreuzung Königswinterer Straße/Siegburger Straße, einen Lebensmittel-Discounter und einen Elektro-Fachmarkt anzusiedeln, ist schon wieder geplatzt. Grund: Weder besitzt Lidl ein Vorkaufsrecht für das Areal, noch ist das Chemie-Unternehmen Evonik (Eigentümer des Grundstücks) bereit zu verkaufen.

Das Architekturbüro Herbert Raab aus Bonn, das für Lidl als Generalunternehmer fungiert, hatte eine Planung für das Gelände entworfen und diese Mitte Februar bei einem Runden Tisch den Beueler Politikern vorgestellt. Am Montag ruderte Raab zurück: "Aus dem Projekt wird erst einmal nichts. Wir hatten aufgrund einer Fehlinformation von Lidl eine Planung erstellt. Ich habe mich bereits bei den Politikern entschuldigt."

Raab bedauert sehr, dass die Entwicklungen in Beuel nur langsam vorankommen. Seiner Ansicht nach kann entlang der Siegburger Straße/Königswinterer Straße/Maarstraße eine Menge Einzelhandel angesiedelt werden, die dem Einkaufsstandort Beuel in der Entwicklung weiterhelfen könnte. Der Bürger Bund Bonn (BBB) indes macht sich nach wie vor stark für einen Erhalt des Beueler Zentrums und lehnt daher einen Lidl am Bahnhof und einen "Mega-Rewe-Markt" im Gewerbegebiet Maarstraße kategorisch ab.

"An der Schädlichkeit fürs Beueler Zentrum hat sich nichts geändert, nur weil der Standort jetzt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist", so die BBB-Bezirksverordnete Caroline Klän. Und wieder habe die Lidl-Seite üppige Geschenk-Angebote an die Politik gemacht, damit im Gegenzug der geltende Bebauungsplan im Sinne des Konzerns ausgehebelt werde, so Klän. So habe Lidl einen Anschluss an die Bahnunterführung und einen Kreisverkehr der Stadt zur Belohnung in Aussicht gestellt.

Auch auf dem Grundstück Königswinterer Straße/Maarstraße soll großflächiger Einzelhandel entstehen, obwohl dies dort gegen geltendes Recht verstoße, so der Bürger Bund. Dort sei ein gigantischer Rewe-Markt im Gespräch. Das bedeute, dass noch mehr Kunden dem Beueler Zentrum verloren gingen.

"Alle Gutachter bestätigen es: Einzelhandel im Gewerbegebiet ist gefährlich für das Beueler Zentrum. Der 'Sündenfall' Aldi an der Maarstraße wird nun von geldgierigen, sogenannten Investoren als Präzedenzfall für das Grundstück Königswinterer Straße/Maarstraße angeführt, um hier Kasse zu machen. Besonders dreist: Ein wie auch immer gestalteter Mega-Markt wird als Gewinn für die Bevölkerung im weit entfernten Ramersdorf verkauft. Das ist schlicht Unsinn", so die Beueler Bezirksverordnete.

Der BBB unterstützt dagegen ausdrücklich die Forderung der Bürgervereinigung Ramersdorf, einen Vollsortimenter am Tennisclub Blau-Gelb anzusiedeln. "Wir appellieren sowohl an den Tennisclub als auch an die Stadt, hier eine Lösung zu finden", so Klän. Dem Ansinnen der SPD, den provisorischen Park-and-Ride-Platz vor dem Ramersdorfer U-Bahnkreuz als mögliche Alternative von der Verwaltung prüfen zu lassen, erteilt der BBB eine klare Absage. Von "wohnortnah" und "Nahversorgung" könne dort keine Rede sein.