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Buch über Geocaching: Leitfaden für moderne Schatzsucher

Buch über Geocaching : Leitfaden für moderne Schatzsucher

Für Robin Ewers, Geocacher aus Leidenschaft, gibt es ein "Davor" und ein "Danach". Die Trennlinie dazwischen ist der 2. Mai 2000 - der Tag, an dem das amerikanische Verteidigungsministerium sein satellitengestütztes Globales Positionsbestimmungssystem (GPS) zur allgemeinen Nutzung freigab.

Mit einem Mal verfügten auch Privatleute über genaue Ortungsmöglichkeiten, und das brachte schon 24 Stunden später einen Technikfreund im US-Bundesstaat Oregon auf die Idee, mit Hilfe der GPS-Koordinaten eine Schatzsuche zu organisieren. Er bestückte einen schwarzen Plastikeimer mit einer kleinen Überraschung, vergrub ihn im Wald und stellte die Suchhinweise in ein GPS-Forum ein.

Heute, 14 Jahre später, hat seine Idee Millionen von Fans in allen Erdteilen. "Interessanterweise hat dieser Pionier damals auch die Regel aufgestellt, dass man in die Behälter immer eine gleichwertige Kleinigkeit einfüllen muss, wenn man etwas herausnimmt", erzählt Ewers. "Das hat sich bis heute gehalten." Von dieser und vielen anderen Geschichten rund um das Geocaching berichtet der 38-jährige Diplom-Ingenieur in seinem gerade erschienenen Buch "Geocaching für Einsteiger" (Bruckmann, 12,99 Euro).

Es führt gründlich in die Thematik ein, erklärt Prinzip und Ausrüstung und gibt viele Tipps zum Enträtseln und Erstellen von Caches. Beim Lesen wird schnell deutlich: Dieses Hobby verbindet die Freude an der Natur mit Technikbegeisterung und Abenteuerlust. Ewers ist am Fuße des Oberkasseler Steinbruchs aufgewachsen und hat in seiner Kindheit so manche Schnitzeljagd durchs Siebengebirge unternommen. Damals schaute er nach pfeilförmig gelegten Ästen und Kreidekreuzen, heute verrät ihm die Anzeige seines GPS-Geräts, wo es langgeht. Gerätselt werden muss trotzdem jede Menge. Denn die Cache-Entwickler, die sogenannten "Owner", überbieten sich längst gegenseitig mit originellen Verschlüsselungs-Ideen und hinzugenommenen technischen Spielereien.

"Da muss man schon mal einen USB-Stick finden und irgendwo einsetzen. Oder eine Flöte mitnehmen, um anhand aufgefundener Noten ein Lied zu erkennen, das dann über seinen Text zur nächsten Koordinatenzahl führt." Der Sachbuch-Autor mit den ausgeprägten Lachfältchen kommt ausgiebig ins Schwärmen, wenn er über die fantasievolle Bandbreite von Geocaches spricht. Da geht es um Laserstrahlen und Morsecodes, um Reflektoren und phosphorisierende Schrift, die nur im Rahmen nächtlicher Suchen zu sehen ist. Immer wieder hält er aber auch kurz inne, um zu überlegen, ob mit diesen Schilderungen vielleicht zu viel über einen sorgfältig angelegten Cache verraten werden könnte.

Denn das ist schließlich der Clou am Geocaching: dass ein und dieselbe Schnitzeljagd immer wieder durchgeführt werden kann. "Deshalb ist es auch so schade, wenn Muggles aus Versehen oder böswillig einen Hinweis entfernen", erklärt Ewers in Cacher-Sprache. Der Begriff Muggles - für Menschen ohne Zauberkräfte - ist den Harry-Potter-Romanen entliehen und bezeichnet in der Welt des Geocachings "Nicht-Cacher". Doch die werden ja - auch mit Hilfe dieses Buches - ohnehin immer weniger...

GEOCACHING

Der Begriff Geocaching verbindet die griechische Vorsilbe "Geo" - im Erdzusammenhang stehend - mit dem englischen Begriff "cache" für ein geheimes Lager. Mit Hilfe von GPS-Ortungstechnik verschlüsseln und entschlüsseln die modernen "Schnitzeljäger" die versteckte Lage eigens vergrabener "Schätze". Die dazugehörigen Koordinaten werden auf Geocacher-Websites (etwa geocaching.com oder opencaching.com) veröffentlicht und erlauben jedermann, sich auf die Suche zu machen. Bei der Suche gilt es jedoch, spezielle Fairnessregeln zu beherzigen.