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Holzkonstruktion nicht mehr verkehrssicher: Linie 66 fährt Haltestelle Vilich bis April nicht mehr an

Holzkonstruktion nicht mehr verkehrssicher : Linie 66 fährt Haltestelle Vilich bis April nicht mehr an

Die Holzkonstruktion der Bahnhaltestelle Vilich ist nicht mehr verkehrssicher. Die Stadt Bonn baut nun ein neues Provisorium für 300.000 Euro. Die Station wird dafür gesperrt.

Die Bahn-Haltestelle Vilich wird ab sofort saniert. Die provisorischen Holzbahnsteige für die Linie 66 an der der Haltestelle Vilich müssen erneuert werden. Wie das Presseamt ankündigt, gibt es für die Dauer der Arbeiten Sperrungen: Der Bahnsteig in Fahrtrichtung Bonn ist seit Freitag, 31. Januar, der Bahnsteig in Fahrtrichtung Siegburg ab Montag, 17. Februar, nicht in Betrieb. Die neuen, ebenfalls provisorischen Bahnsteige sollen Ende der Osterferien stehen und dann wieder nutzbar sein.

Richtung Bonn können Fahrgäste seit 31. Januar alternativ an der Haltestelle Adelheidisstraße aus- und zusteigen. Für Fahrgäste, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, besteht bis zum 17. Februar die Möglichkeit, an der Adelheidisstraße in eine Bahn der Gegenrichtung einzusteigen und eine Station, bis zur Haltestelle Vilich, zurückzufahren.

Ab 17. Februar sind beide Bahnsteige für etwa acht Wochen komplett gesperrt. Fahrgäste können an den benachbarten Haltestellen – Adelheidisstraße oder Vilich-Müldorf - aus- und einsteigen. Mobilitätseingeschränkten Fahrgästen empfiehlt die Verwaltung während der Vollsperrung, aus Richtung Bonn auch die Buslinien 640 und 540, die als nächst gelegene Haltestelle Vilich-Kloster anfahren. Fahrgäste in Richtung Bonn können diese Buslinien ab Vilich Kloster auch nutzen, um stadteinwärts zu fahren.

Die Hochbahnsteige aus Holz an der Haltestelle Vilich sind bekanntlich provisorische Holzkonstruktionen, die 2012 aufgebaut wurden, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. Wie die Verwaltung mitteilt, haben sie jedoch ihre bei Planungsbeginn für die S13 veranschlagte Haltbarkeitsgrenze längst überschritten. Damals war man von einer maximalen Nutzungsdauer von drei Jahren ausgegangen.

Mittlerweile sind die Holzsteige also bereits mehr als fünf Jahre über die Zeit. „Aufgrund der Belastungssituation des Bahnsteigs kann ein weiterer verkehrssicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet werden“, stellt die Verwaltung jetzt fest. Alternative kann aber wiederum nur ein Provisorium sein. Da die Haltestelle im Zuge des Ausbaus der S13-Trasse von Troisdorf nach Oberkassel zum Verknüpfungspunkt zwischen der Linie 66 und der S13 umgestaltet wird, soll der gesamte Bereich umgebaut werden.

Bis diese Pläne umgesetzt sind, wird es jedoch noch einige Jahre dauern. Die endgültige Fertigstellung sei nicht vor 2026 zu erwarten, so die Verwaltung. 2017 hat die Verwaltung als schnellen Ersatz eine Metallkonstruktion vorgeschlagen, die angemietet und anschließend von Auftragnehmer wieder abgebaut werden sollte. In ihrem Vorschlag hatten die Stadtwerke für ein Stahlbauwerk mit Gesamtkosten von 240.000 Euro kalkuliert.

Allerdings stellte sich nach der Ausschreibung heraus, dass das günstigste Angebot bei 680.000 Euro lag. Weitere Ausschreibungen mussten wegen überteuerter Angebote wieder aufgehoben werden. „Unwirtschaftlich“ befand die Verwaltung schließlich. Über die Notwendigkeit, die Holzbahnsteige zu ersetzen und wie verfahren werden soll, wurde die Bezirksvertretung Beuel im Mai 2019 informiert. Das Tiefbauamt hat mit einer Vertragsfirma eine preislich günstigere Alternative erarbeitet. Unter anderem soll das für einen barrierefreien Zugang erforderliche Niveau des Bahnsteigs durch Erdaufschüttungen erreicht werden. Als Bahnsteigkanten werden Stahlbetonfertigteile gesetzt. Zur Festigkeit wird eine Asphaltschicht aufgebracht. Die Kostenschätzung orientiert sich an aktuellen, vergleichbaren Bauvorhaben. Unterm Strich veranschlagt die Verwaltung etwa 300.000 Euro. Das erforderliche Geld könne aus der ÖPNV-Pauschale entnommen werden.