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Kurz gefragt mit Karsten Brandt: Lokaler geht's nicht mehr

Kurz gefragt mit Karsten Brandt : Lokaler geht's nicht mehr

Wohl niemand kennt sich mit dem Wetter in der Region besser aus als der Beueler Meteorologe Karsten Brandt. Er erklärt im Gespräch mit Leif Kubik die Hintergründe des lokalen Unwetters über Beuel am Sonntag.

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Karsten Brandt: Die Niederschlagsmengen und die Windstärken differierten innerhalb eines recht kleinen Gebietes mit großer Varianz: Teilweise herrschte in direkt benachbarten Straßen anderes Wetter. Lokaler geht's nicht mehr. Die Bandbreite reichte von drei Litern Niederschlag pro Quadratmeter in Hoholz bis zu 22 in Bechlinghoven.

Was hat die größten Problem bereitet?

Brandt: Neben dem Hagel waren die Windböen das eigentliche Problem. Wir Meteorologen sprechen von einer sogenannten Böenwalze. Im Herbst wären die beobachteten Windstärken von 75 Kilometern in Hoholz oder 59 in Bechlinghoven nichts Besonderes. Im Sommer tragen die Bäume aber noch Laub und sind so deutlich umsturzgefährdeter.

Drohen uns solche Wetterlagen jetzt noch öfter?

Brandt: Das letzte vergleichbare Gewitter gab es hier vor 15 Jahren. Ich bin zwar kein Hellseher, aber ich wage die Prognose, dass dies der letzte derartige Gewittersturm in diesem Sommer war. Normalerweise finden solche Ereignisse zwischen Mai und Juli statt, das Gewitter von Sonntag war also eher ein Nachzügler.