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Bonner Schulfilmfest: Märchenbilder lernen laufen

Bonner Schulfilmfest : Märchenbilder lernen laufen

Beim Schulfilmfest beweisen die Klassen ein gutes Gespür für Themen und Umsetzung. Alle Filme sind für den landesweiten Wettbewerb nominiert.

Nach der letzten Szene, einer Luftaufnahme der Schule, schaltet sich das Licht im Kinosaal der Brotfabrik wieder ein und eine Vielzahl an Kinderhänden schnellt schnipsend in Richtung Zeynel Öngören. „Wie genau wurde denn diese letzte Szene gedreht?“

Er ist Lehrer am Bad Godesberger Aloisiuskolleg und vertritt die Film-AG von 2013, die mittlerweile ihr Abi abgelegt und die Schule verlassen hat. Nicht ohne vorher ihr Abschlussprojekt, ein fünfminütiges Video über einen „ganz normalen Tag am AKO“ beim Ersten Bonner Schulfilmfest eingereicht zu haben. Neben Öngörens Film-AG haben sich die Klasse 3/2 f des Grundschulverbunds Marienschule-Nordschule, die 6 d des Beethoven-Gymnasiums und eine Gruppe Berufsschüler des Robert-Wetzlar-Kollegs mit aufwendigen Filmbeiträgen beworben, die ebenfalls am Dienstagvormittag präsentiert wurden.

„Wir haben mit einem Oktokopter gefilmt“, erklärt Öngören den jungen Regisseuren, Kamerakindern, Schauspielern, Synchronsprechern und Cuttern um sich herum. „Das ist eine Drohne, auf der wir die Kamera befestigt haben, und die wir fernsteuern konnten. Das hat ganz viel Spaß gemacht.“ Protagonist in „AKO – Der Film“ ist ein Papierflieger, der mit stetigem Aufwind durch Klassenräume, die Mensa, über das Fußballfeld und den Pausenhof gleitet.

„Und die Moral von der Geschicht'? Besitz belastet, Freiheit nicht“, ist die finale Textzeile des Rap-Songs zum Trickfilm „Hans im Glück“ der Filmemacher des Grundschulverbunds Marienschule-Nordschule. „Du musst nichts haben, um glücklich zu sein: Weder Gold, noch Pferd, noch Schwein, noch Stein.“ Mit Hilfe einer Trickbox haben die jüngsten Teilnehmer des Festivals das Grimmsche Märchen kurzweilig nacherzählt. „Wir haben uns im Unterricht mit Märchen beschäftigt“, erklären Levi und Igrit vorab. „Und uns gefällt die Aussage.“

Ein Appell für mehr Umweltbewusstsein ist der Zeichentrickfilm von Schülern des Robert-Wetzlar-Berufskollegs. Zwei Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs entdecken in der Ferne einen auf der Scholle treibenden Eisbären, schließen kurzerhand darauf, dass „dieses Klimaschutzthema“ maßlos übertrieben werde und blenden aus, dass dem Tier der Boden unter den Füßen wegschmilzt.

„Für eine Sekunde braucht man 24 Bilder“, weiß Yasmin Jozat, die einigen Grundschülern nach der Vorführung außerdem geduldig erklärt, was ein Berufskolleg ist. Die Teilnahme an der Quiz-Sendung „Die beste Klasse Deutschlands“ hat dann leider doch nicht hingehauen, dafür besteht für den Bewerbungsfilm der Klasse 6 d aber die Chance, beim landesweiten Schulfilmfest in Hamm ausgezeichnet zu werden. Die 31 Schüler aus 16 verschiedenen Nationen spielten für ihren Beitrag in einer Doppelstunde Sport anstelle von Völker- oder Brennball „Länder-Scrabble“ und verwandelten sich in personifizierte Buchstaben-Chips. Heraus kamen beispielsweise Iran, Italien, China oder Kanada. „Wer mal was mit Film gemacht hat, weiß wie schwierig es ist, sowas in der kurzen Zeit abzudrehen“, lobte Sabine Hörter vom Bonner Medienzentrum. Sie erfreue die Qualität der Beiträge und „dass sie so unterschiedlich sind.“