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Martinszüge in Bonn unter Corona-Regeln

Sankt Martin in Bonn : Martinszüge mit zusätzlichen Regeln

Anbieter kleinerer Martinsumzüge in Beuel setzen auf Sicherheit. Einzelne Bürgervereine aus dem Stadtbezirk haben sich bereits gegen Veranstaltungen entschieden.

Einige Gruppen im Stadtbezirk Beuel verzichten in diesem Jahr auf die Durchführung ihres St.-Martins-Zugs, andere wollen an der Tradition festhalten. Dabei haben sich einige der Veranstalter zusätzliche Regeln auferlegt, mit denen sie für die Sicherheit der Teilnehmer Sorgen wollen – zusätzlich zu den Auflagen aus der derzeit gültigen Coronaschutzverordnung des Landes NRW sowie zu jenen Regeln der Stadt Bonn.

Zu den Gruppen, die einen veränderten Zug veranstalten, gehört beispielsweise die katholische Grundschule Holzlar. Das teilt Sandra Schaefer, stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins (BV) Holzlar, auf GA-Anfrage mit. Am Mittwoch, 10. November, soll der Zug gegen 17 Uhr an der Schule starten. Im weiteren Verlauf soll dieser unter anderem über die Paul-Langen-Straße zur Kirchwiese führen. „Geplant ist, dass die Kinder klassenweise am Zug teilnehmen und dass nur jeweils zwei Eltern pro Klasse zur Sicherung mitgehen“, sagt Schaefer. Ganz fehlen sollen die Eltern und Geschwister aber nicht: In einer getrennten Gruppe sollen sie den Schülern mit Abstand folgen.

An der Kirchwiese sei zudem vorgesehen, ein Feuer zu entzünden. Auch hier sollen die Grundschüler klassenweise zusammenstehen. Mit rotem Absperrband getrennt wird der Gruppe der Eltern und Geschwister ein eigener Bereich zugewiesen. Zudem werden Jens Michaelis als St. Martin sowie Blasmusiker der Beueler Stadtsoldaten dabei sein. Die Organisation des Zuges übernehme der Förderverein der katholischen Grundschule Holzlar in Zusammenarbeit mit dem BV Holzlar und dem St.-Martins-Ausschuss, so Schaefer.

Nicht einfach hätten es sich die Beteiligten bei der Beantwortung der Frage gemacht, ob sie einen Zug anbieten sollen. „Viele Züge in der Stadt finden nicht statt, und wir haben uns auch viele Gedanken gemacht“, sagt Schaefer. Dennoch habe ein Gedanke überwogen: den Zug auch als kulturelles Angebot, neben der christlichen Bedeutung, in Holzlar umzusetzen. „Deswegen haben wir uns intensiv mit der Planung beschäftigt und mit dem Schulleiter Sebastian Hilgers gesprochen. Und mit der richtigen Planung hoffen wir nun, gut vorbereitet zu sein“, sagt Schaefer. Dazu gehöre auch die Empfehlung an die Teilnehmer, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich an die 3G-Regeln zu halten. Mit etwa 500 Teilnehmern, darunter etwa 250 Schülern, rechnet Schaefer.

Unterdessen hat der BV Holzlar die Finanzierung zur Verteilung der Weckmänner an die Grundschüler gesichert, auch wenn es keinen Losverkauf gab. Diese sollen am Freitag, 12. November, verteilt werden. Zudem gibt es zuvor am Mittwoch, 10. November, Weckmänner für Holzlarer Kita-Kinder. Hieran beteiligen sich die Bürgervereine Holzlar, Roleber-Gielgen, Kohlkaul und Heidebergen.

Dagegen wird es in diesem Jahr keinen Zug mit Grundschülern der Adelheidisschule geben, teilt Evelin Jörg, Vorsitzende des BV Vilich mit. Zu unsicher sei die Lage aus Sicht des BV gewesen, zudem habe es zeitweise das Signal gegeben, dass kein großer Martinszug in Bonn stattfindet. „Und wollen wir als BV keinen Gegenentwurf dazu bilden“, sagt Jörg. Zudem würden die derzeit wieder ansteigenden Inzidenzwerte die vorsichtige Einschätzung der vergangenen Wochen bestätigen. Und auch der BV in Vilich wolle an der Verteilung der Weckmänner an Grundschüler festhalten: 330 Stück seien bestellt.

Wie berichtet, hatte es unterschiedliche Einschätzungen darüber gegeben, inwiefern die Stadt Bonn durch entsprechende Auflagen die Organisation von Martinszügen mit mehr als 2500 Teilnehmern erschweren könnte. In der Folge hatte das katholische Stadtdekanat erst den großen Martinszug in Bonn abgesagt, später eine Alternative im Münster angekündigt. Zudem plant in Beuel, wie berichtet, der Förderverein St. Martin Beuel-Mitte einen großen Zug mit etwa 1650 Teilnehmern am Montag, 8. November. Beginn ist um 17.15 Uhr.

Ebenfalls einen Zug hat der BV Vilich-Müldorf angekündigt: Am Samstag, 6. November, soll dieser um 17.30 Uhr an der Mühlenbachhalle starten. Diesen hat Regina Rupp aus dem BV-Vorstand angekündigt, mit einem St. Martin zu Pferde sowie musikalischer Begleitung. Den Abschluss bilde das Martinsfeuer vor dem Bolzplatz. Beteiligt seien hier die Polizei, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz sowie die Jugendfeuerwehr Geislar. Zudem könnten sich Kinder wieder Stuten abholen.

Seit Anfang Oktober seien Freiwillige unterwegs, die Marken für die Stuten gegen eine Spende verteilen. „Wir danken allen, die den Martinsumzug durch ihre Spende ermöglichen. Ohne die Unterstützung wären viele Traditionsveranstaltungen in Vilich-Müldorf nicht möglich“, sagt BV-Vorsitzender Thomas Biedermann.

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