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Bluttat in Beuel: Mordkommission ermittelt nach Messerattacke auf 51-Jährigen

Bluttat in Beuel : Mordkommission ermittelt nach Messerattacke auf 51-Jährigen

Nach einer Messerstecherei in der Nacht zum Dienstag schwebt ein Mann in Lebensgefahr. Die Polizei fahndet nach dem Täter. Die Limpericher Straße in Beuel blieb bis in die Nacht gesperrt.

Messerstiche in die Brust, der Täter auf der Flucht: Dienstagnacht ist es auf offener Straße in Beuel-Limperich zu einer blutigen Gewalttat gekommen. Polizeisprecher Robert Scholten zufolge wurde dabei ein 51 Jahre alter Mann an der Ecke Limpericher Straße/Auf dem Grendt durch Messerstiche in die Brust lebensgefährlich verletzt. Der Mann ist inzwischen aber wohl außer Lebensgefahr: "Sein Zustand ist stabil", sagte Scholten am Dienstag.

Das Motiv für die blutige Auseinandersetzung ist laut Scholten noch völlig unklar. Eine eigens eingerichtete Mordkommission ermittelt mit der Staatsanwaltschaft wegen versuchter Tötung. Dabei sucht die Kripo nach dem Täter, der bei der Messerattacke möglicherweise auch verletzt wurde. Nach den bisherigen Ermittlungen, könnte der Messerstecher in Richtung Beueler Bahnhof geflüchtet sein.

Die Limpericher Straße gestern gegen 1.30 Uhr: Blaulicht erhellt die Straße. Ein Rettungswagen steht mit einem Notarztfahrzeug auf der Straße, mehrere Streifenwagen parken auf dem Seitenstreifen, Polizisten sperren die Straße mit Flatterband ab. Jenseits der Absperrung blickt man auf der einen Seite auf gepflegte Doppelhaushälften, auf der andere Seite liegt die Erwin-Kranz-Halle und daneben ein verwildertes Eckgrundstück mit einem eingerüsteten Mehrfamilienhaus. Genau hier auf dem Gehweg vor dem mit Gerüstmaterial und einem alten Transporter zugestellten Areal war es zu der Attacke gekommen.

Davon zeugen größere und kleinere Blutflecken auf dem Bürgersteig, die die Kripobeamten in die Lage versetzen, sich ein Bild von dem anfangs noch unklaren Geschehen zu machen. Um die Spurenlage besser erfassen zu können, leuchtet die Bonner Feuerwehr den Tatort später aus. Anwohnern und Schaulustigen, von denen viele auf dem Heimweg von Pützchens Markt sind, verfolgen betroffen das Geschehen: "Das ist ja schrecklich", sagt eine junge Frau, die kurz zuvor noch auf der "After-Job-Party" gefeiert hatte, und die in der Nähe wohnt.

Für sie passen die Ereignisse ins Bild: "Das ist hier eine unruhige Gegend geworden." Nach allem, was man bislang weiß, erfolgte die Messerattacke gegen 0.45 Uhr. Wie der GA erfuhr, hatte der 51-Jährige wohl in dem Mehrfamilienhaus gewohnt. Weiter war zu erfahren, dass es sich um eine Art "Messi-Haus", also ein vermülltes Haus, gehandelt haben soll. Der 51-Jährige gehört wohl einem sozial schwachen Milieu an.

Wie viele Personen sich in dem Haus befunden hatten, kann die Polizei noch nicht sagen. Aber ein weiterer Bewohner wurde in der Tatnacht von Streifenpolizisten zu dem Geschehen befragt. Anwohner erklärten, dass sie den Mann von Einkäufen in einer benachbarten Tankstelle kennen würden. Auch ist Anliegern das Haus seit langem als verwahrlost bekannt. Auf Nachfrage bekräftigte Polizeisprecher Scholten, dass der Mitbewohner nichts mit der Tat zu tun habe.

Aufschlüsse über den genauen Hergang erhofft sich die Polizei von einer Befragung des Opfers wie von Zeugen. Was die Ermittler wissen: Nach der Attacke hatte es der 51-Jährige noch geschafft, sich über die Limpericher Straße zu schleppen und auf der anderen Straßenseite Passanten auf sich aufmerksam zu machen. Staatsanwaltschaft und Polizei bitten nun Zeugen sich unter der Rufnummer 0228/150 zu melden.