1. Bonn
  2. Beuel

„Blutwig und Ludwig“: Musical-AG des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums zeigt Vampirstück

„Blutwig und Ludwig“ : Musical-AG des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums zeigt Vampirstück

Ein Vampir, der kein Blut mag: Die Musical-AG des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums hat mit ihrer Aufführung des Stücks „Blutwig und Ludwig“ die Zuhörer begeistert. Rund 120 Schüler sorgten für eine mitreißende Präsentation in der Aula des Kardinal-Frings-Gymnasiums.

Was soll man als gute Vampir-Familie machen, wenn der Sprössling Blutwig kein Blut sehen kann und auf Rote-Bete-Saft steht? So geschehen am Montagabend im Musical „Blutwig und Ludwig“ von Martina Göhring und Nina Hetzel. Zumindest gibt es Aufruhr in der Vampirfamilie, denn der blutsaugende Rest der Familie findet den Vegetarier ziemlich peinlich. Auf die Bühne des Kardinal-Frings-Gymnasiums (KFG) gebracht hat dieses blutrünstige und zugleich spannende und lehrreiche Musical die Musical-AG des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums unter der Leitung von Julia Jenal (Schauspiel) und Grita Thomas (Chor). „Das Kalkuhl hat zwar keine Aula, aber das KFG könnte auch mal anbauen“, meinte Thomas zu Beginn der Aufführung in der voll besetzten Aula.

Dies ist das 33. Musical, das die Musiklehrerin Thomas für das Kalkuhl aufführt, zum dritten Mal ist Julia Jenal dabei, die für Schauspiel und Bühnenbild verantwortlich zeichnet. „Wir suchen immer Stücke aus, in dem viele Schauspieler mitspielen und in dem ein großer Chor singt“, berichtet Thomas. „Wenn meine Kollegin so ein Stück aussucht, dann passt das einfach.“

Rund 120 Mitwirkende dürfen in diesem Jahr auf die Bühne. Fiedje Heselhaus aus der Klasse 9 b ist ein alter Bühnenhase. Er spielt den stotternden Ludwig und ist zum vierten Mal dabei. Für ihn steht das Gruppenerlebnis, mit Freunden auf der Bühne zu stehen, im Mittelpunkt. „Den Text musste ich nicht groß lernen, man kann ihn einfach“, sagt er.

Carlotta Urban aus der Klasse 8 a ist zum ersten Mal als Schauspielerin dabei. „Beim letzten Mal habe ich im Chor gesungen. Jetzt wollte ich die Erfahrung machen und mitspielen“, berichtet sie. Sie spielt die Vampirmutter des missratenen Blutwig.

Schüler haben Stückt bei Chorfahrt kennengelernt

Die Vorbereitung war für sie sehr aufregend. „Man lernt den Text nicht, man merkt ihn sich einfach“, sagt sie. Auf der Chorfahrt vor den Osterferien lernten die Schülerinnen und Schüler das Stück kennen und ‚bewarben‘ sich für ihre Wunschrolle. Im April begann man mit den Proben, Chor und Schauspiel getrennt.

„In unserer Aufführung“, versprach Thomas, „fließt kein Blut. Es sind die klassischen Vampire, die bei uns auftreten und die auch beim Biss in den Hals ohne Blut auskommen.“ Die althergebrachte Frage in den Schulen „Was will uns dieses Stück sagen?“ ist hier einfach zu beantworten. „Liebe Eltern, hört mal euren Kindern zu und kümmert euch um sie“, lautet die Message. Dass Ludwig stottert, ist ihnen nicht wichtig, seine Blutgruppe interessiert sie. Doch wenn er singt, dann stottert Ludwig nicht.

Schließlich suchen die kleinen Vampire nachts Ludwigs Eltern im Schlafzimmer auf und nehmen ihnen das Versprechen ab, sich besser um ihren Sohn zu kümmern. Ganz zum Schluss stellen die gierigen Bluttrinker fest: „Der Rote-Bete-Saft schmeckt fast wie die Blutgruppe A“. Sie sind sich einig, dass jeder das trinken darf, was er mag, „denn jeder hat das Recht, anders zu sein.“ Versöhnt singen sie gemeinsam: „So ist jeder, wie er ist und jeder, wie er mag, und zusammen sind wir stark!“

Wie immer verlangte das Kalkuhl auch für dieses Musical kein Eintrittsgeld. „Wir möchten“, erläutert Thomas, „dass alle kommen können und am Ende spenden, was die Aufführung ihnen wert war.“ Na, dann dürfte es im Spendenhut nicht geklimpert, sonder nur geraschelt haben.