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Kommentar zu Pützchens Markt: Nervenkitzel statt Tristesse

Kommentar zu Pützchens Markt : Nervenkitzel statt Tristesse

Die Beueler Großkirmes lockt nur dann viele Besucher an, wenn es attraktive Fahrgeschäfte gibt. In diesem Jahr stehen die Vorzeichen gut.

Die Stadt Bonn hat den Negativtrend vorerst stoppen können: Mit der Verpflichtung des Loopingkarussells „Infinity“ hat die städtische Marktabteilung einen Coup landen können. In diesem Jahr wird also wieder eine Weltneuheit auf Pützchens Markt gastieren.

In der jüngsten Vergangenheit ist es der Stadtverwaltung immer schwerer gefallen, echte Publikumsmagneten zu verpflichten. Grund war und ist die bundesweite Konkurrenz von zeitgleichen Märkten.

Der Budenzauber andernorts bietet den Schaustellern in der Regel eine längere Veranstaltungsdauer. Und das garantiert den Betreibern der Fahrgeschäfte eine sichere wirtschaftliche Basis. Bonn kann da nicht mithalten. Per Ratsbeschluss wurde unlängst festgelegt, dass die Traditionsveranstaltung Pützchens Markt nicht länger als fünf Tage dauern soll.

Statt „höher, schneller, weiter“ hat die Stadt Bonn die Losung ausgegeben „Die Tradition ist die Sensation“. Mittel- bis langfristig kann sich diese Strategie aber zum Rohrkrepierer entwickeln. Unbestritten ist nämlich: Pützchens Markt lockt nur dann mehr als eine Million Besucher auf die rechte Rheinseite, wenn rasante Fahrgeschäfte mit garantiertem Adrenalinausstoß auf den Marktwiesen stehen.

Bester Beweis für diese These ist die Entwicklung der kleinen bis mittleren Kirmesveranstaltungen in der Region. Viele von ihnen gibt es schon gar nicht mehr.