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Neue Statue für Kirche St. Peter in Vilich

Kirche bekommt Spende : St. Peter in Vilich erhält eine Statue ihres Namenspatrons Petrus

Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Vilich hat nun eine Statue ihres Namenspatrons. Vorher stand sie 20 Jahre im Garten des Spenders. Durch einen kuriosen Umstand fand sie kürzlich ihren Weg in die Kirche.

Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Vilich ist historisch bedingt von der heiligen Adelheid geprägt, nichts deutet auf den Namenspatron hin. Doch vor wenigen Tagen hat sich dies geändert. Etwas versteckt und dennoch für jeden Kirchgänger gut sichtbar steht in der Nähe des Haupteingangs, im Winkel zum Nebeneingang, eine Statue des Namenspatrons, eine Petrusstatue. Pfarrer Michael Dörr konnte die Skulptur mit einer Segnung nach dem Sonntagsgottesdienst offiziell übernehmen. „Petrus begrüßt jetzt die Kirchenbesucher von Sankt Peter“, sagte Dörr.

„Ich liebe solche Skulpturen“

Zu verdanken hat die Kirchengemeinde dies dem Bauunternehmer Peter Heuser aus Vilich-Müldorf, der sich bereits im letzten Jahr durch die Erfindung des „Weihwasser to go“ nicht nur in dieser Gemeinde einen Namen gemacht hatte. Der früher in Mendig lebende Künstler Dieter Heuft hatte die Skulptur aus Basaltlava aus Obermendig geschaffen und mit den Initialen „HP“ versehen. „Ganz klar, wer damit gemeint ist“, sagte Peter Heuser bei der Aufstellung der Statue an der Vilicher Kirche, „das heißt Heuser Peter und nicht Heiliger Petrus.“

Da Heuser im Raum Mendig eine Jagd besaß, war der Kontakt zum Künstler Heuft schnell hergestellt. Der wiederum hatte im Vulkanmuseum „Lava-Dome“ seine Skulpturen ausgestellt, unter anderem in einem Prozessionsweg. „Ich liebe solche Skulpturen“, gesteht Heuser, „und so hatte ich seit dem Jahr 2000 den Petrus in meinem Garten stehen.“ Doch als in den Garten auf Drängen seiner Frau auch ein Gartenhäuschen Einzug hielt, war Petrus plötzlich dahinter versteckt.

Sockel wiegt fast 350 Kilo

Als Pfarrer Dörr wegen „Weihwasser to go“ Peter Heuser einen Besuch abstattete, entdeckte er die Statue. „Wenn Sie wollen“, soll Heuser zu Dörr gesagt haben, „dann schenke ich Ihnen den Heiligen Petrus.“ So war es schließlich Heusers Sohn, der mit einem Kranwagen die Skulptur, die geschätzt über 350 kg wiegt, auf den Kirchhof „einfliegen“ ließ.

„Allein der Sockel“, so Heuser, „wiegt schon 345 Kilo.“ Damit nichts passieren kann, ist die Statue nach unten mit dem Sockel und nach hinten mit der Kirchwand gut verbunden und somit abgesichert. „Wir gehen ja nicht davon aus, dass jemand Petrus mitnimmt. Aber wenn Kinder hier spielen, dann darf einfach nichts passieren“, so Pfarrer Dörr.

Der Heilige schaut auffallend freundlich

Doch bevor die Figur von Vilich-Müldorf nach Vilich auf die Reise gehen konnte, wurde sie gründlich gereinigt. Denn die über 20 Jahre, die Petrus im Garten der Heusers stand, die hatten ihre Spuren hinterlassen. „Wir mussten ihn teilweise entmoosen“, gesteht der Bauunternehmer.

Auffallend, wie dieser Heilige freundlich dreinschaut. „Sonst gucken die Heiligen auf den Kirchengemälden immer so finster drein“, meint Heuser, um rheinisch-platt und -direkt zu ergänzen: „Die han an doof Jesech.“ Dieser Petrus schaut jedoch freundlich auf seine Betrachter, meint auch Pfarrer Dörr. Außerdem ist auffallend, was für einen großen Schlüssel Petrus in der Hand hält. „Das Himmelstor muss ein großes Schloss haben“, meint Pfarrer Dörr, „und somit auch eine große Türe, damit gleichzeitig ganz viele Menschen durchpassen.“