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Bahnstrecken in Beuel: Neues Buch über die Schienenwege in Oberkassel

Bahnstrecken in Beuel : Neues Buch über die Schienenwege in Oberkassel

Ein neuer Band in der Schriftenreihe des Heimatvereins Oberkassel wird am 6. Oktober vorgestellt. Darin geht es um die damaligen Schienenwege im Beueler Stadtteil und die Wichtigkeit des Standorts als Motor der Industrie.

„Bahnbetrieb in Oberkassel – Schienenwege zwischen Rhein und Berg“, so heißt der neueste Band der Schriftenreihe des Heimatvereins Oberkassel. Das besondere sind die vielen Fachautoren. „Dies und der Inhalt führt dazu, dass das Buch auch überregional bei vielen Eisenbahnfreunden begehrt sein wird“, sagt Sebastian Freistedt, erster Vorsitzender des Heimatverein Bonn-Oberkassel vorab. „Für mich persönlich als langjähriger Eisenbahnfreund und Heimatkundler vereint dieses Buch zwei meiner liebsten Interessensgebiete.“

 Ein Vorläufer der Stadtbahn.
Ein Vorläufer der Stadtbahn. Foto: Heimatverein Oberkassel

Die Ursprungsidee war, das Thema Basaltbahn in einem eigenständigen Werk zu publizieren. Erst nachdem der Text der Basaltbahn als Grundstock zur Verfügung stand, entwickelte sich der Wunsch, in einem Gesamtwerk auch die anderen Oberkasseler Schienenwege mit zu erfassen wie beispielsweise die Heisterbacher Talbahn oder die Trajektbahn. Insgesamt sechs Autoren wussten etwas über die rechtsrheinische Eisenbahn in Oberkassel zu berichten. „Zu guter Letzt konnten wir Herrn Reinhard Becker, seinerseits sowohl Mitglied in unserem Heimatverein als auch selbst Vorsitzender des Heimatvereins Niederdollendorf, als siebten Autor für den Eisenbahnbereich gewinnen“, berichtet Freistedt. Als ehemaliger Fahrdienstleiter im Stellwerk Oberkassel konnte Becker wertvolle Erkenntnisse zum Betrieb des Oberkasseler Bahnhofes in den 1960er und 1970er Jahren beisteuern.

 Die Lokomotive Johannes der Rhein.Proinzial-Basaltwerke.
Die Lokomotive Johannes der Rhein.Proinzial-Basaltwerke. Foto: Heimatverein Oberkassel

Als einer der Autoren, die sich um die einzelnen Bereiche kümmerten, stürzte sich der zweite Vorsitzende des Vereins, Helmut Kötting, in einen Recherchemarathon. Er machte sich zum Ziel, die Geschichte der rechtsrheinischen Eisenbahn im Bereich Oberkassel zu beleuchten. Seine Recherchen führten ihn dabei etwa in Archive in Bonn, Königswinter, Siegburg, Köln, Brauweiler, Duisburg und Koblenz. Im Corona-Lockdown, der die Recherchen zwischenzeitlich zum Ruhen brachte, nutzte Kötting die gut funktionierenden Vernetzungen der Eisenbahnszene für seinen Wissensfundus. Er, der promovierte und inzwischen pensionierte Schulleiter (Beethoven-Gymnasium), war zwar seit seiner Jugend Eisenbahnfan mit leidgeprüften Erfahrungen als „Schrankensteher“ an der Kaiserstraße, hatte jedoch von Schienen und Eisenbahnen in Oberkassel keine Erfahrung. Die machte er erst im Heimatverein, dem er nach seiner Pensionierung beitrat. „Oberkassel war im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert von Industrie geprägt, deren entscheidender Motor der Bau der rechtsrheinischen Eisenbahn und der großen Bahnanlage in Oberkassel war“, stellt er fest.

Das mehr als 280 Seiten umfassende Buch, das auch die Straßenbahn in Oberkassel berücksichtigt, ist mit reichlich altem und neuem Bildmaterial, mit Statistiken, Zeichnungen und Kartenmaterial versehen.

Das Buch soll am 6. Oktober in einer Präsenzveranstaltung im Oberkasseler katholischem Pfarrheim, Kastellstraße 21, um 19 Uhr vorgestellt werden. Ab Mitte Oktober kann es bei der Buchhandlung Max und Moritz, Adrianstraße 163, in Oberkassel oder per E-Mail an info@heimatverein-oberkassel.de zum Preis von 15 Euro erworben werden.