Nikolausmarkt in Beuel Neues Konzept kommt bei den Besuchern gut an

Beuel · Das neue Konzept des Beueler Nikolausmarktes kommt bei Besuchern und Ausstellern gut an. 25 verschiedene Anbieter haben diesmal ihre Stände aufgebaut. Zelte in einheitlichem Rot sorgen für eine festliche Stimmung. Auch das Programm kann sich sehen lassen.

Der Josefplatz füllt sich nach dem Auftritt der LiKüRa-Ehrengarde.

Der Josefplatz füllt sich nach dem Auftritt der LiKüRa-Ehrengarde.

Foto: Stefan Knopp

Man muss ja nicht immer einer Meinung sein. So wie das ältere Ehepaar auf dem Beueler Nikolausmarkt, beide Ur-Beueler, beide eigentlich um diese Zeit in Holland, „aber da ist es jetzt zu nass“. Stattdessen traf man die beiden, die ihre Namen nicht nennen wollten, am Glühweinstand des Beueler Schiffervereins. „Man braucht ja was Warmes im Bauch.“ Die Stände des Vereins wurden erstmals vom Platz vor der Kirche Sankt Josef ausgelagert auf die Gottfried-Claren-Straße, die dafür gesperrt war.

Sie fand es früher besser, als alles vor der Kirche war. „Nein“, erwiderte er. „Ich fand’s knubbelig. Jetzt ist es entzerrt.“ Die Beueler Bezirksverwaltungsstelle musste etwas verändern: Jetzt gibt es ja den Brunnen auf dem Josefplatz, der das althergebrachte Konzept durcheinanderbrachte. Hinzu kam aber auch das Geld, das im letzten Jahr einigermaßen überraschend zur Verfügung stand: Weil die Gewerbegemeinschaft Beuel Gelder zur Modernisierung der Beueler Weihnachtsbeleuchtung nicht nutzte, wurde es in den Nikolausmarkt investiert.

Leckerer Schiffer-Knall und Heißgetränke

Das neue Konzept, das dabei herausgekommen ist, sieht gut aus. Reiner Burgunder, Vorsitzender des Schiffervereins, gibt zu, dass er erst skeptisch war. Aber die Umgestaltung des Marktes habe nur Vorteile mit sich gebracht, meinte er schon am Samstag. „Der Umsatz am Freitag war besser als am alten Platz.“ Und dieser bisherige Standort sei auch immer etwas zu dunkel gewesen und das Wurzelwerk am Boden deshalb eine Stolperfalle. Jetzt ist viel Platz vor den Ständen, an denen Reibekuchen, Schiffer-Knall und Heißgetränke verkauft wurden. „Wir sind vollauf zufrieden“, so der Käpt’n.

25 verschiedene Anbieter hatten Stände aufgebaut, und das Tolle daran war für eine andere Besucherin, dass sie jetzt unter Zelten in einheitlichem Rot stehen. Die hatte die Bezirksverwaltungsstelle von dem Geld angeschafft. Im vergangenen Jahr fehlten laut Leiter Ralf Birkner noch sieben Zelte, die für den diesjährigen Markt angeschafft wurden. Das sah besonders im Dunkeln toll aus, weil alle Zelte auch von innen beleuchtet waren.

Mittlerweile gibt es eine Warteliste für Aussteller

Das Ehepaar, das sich in der neuen Verteilung der Stände nicht einig war, lobte aber einhellig die Vielfalt der Stände – und vor allem, dass die Anbieter die Beueler Geschäfts- und Vereinslandschaft darstellten. Die Auswahl war groß: „Wir haben mittlerweile eine Warteliste“, sagte Ralf Birkner. Man bleibe aber gerne bei den Stammbeschickern, und da gerne möglichst auf der Schääl Sick.

Zu denen gehört auch Imker Felix Elschner, der mitten im Geschehen seine Honig- und Bienenwachsprodukte aus streng biologischer Herstellung verkaufte. Er und seine Töchter hatten gut zu tun. „Die Kunden haben mächtig Lust auf Weihnachten“, so sein Eindruck. Es stimmte nicht nur das Angebot, sondern auch das Wetter. „Es war noch nie so kalt wie jetzt.“ Jedenfalls nicht, seit er dort verkauft. Und es regnete nicht. Also bestes Glühweinwetter.

Aber auch die Kaltgetränke von der Gaststätte Zur Rheinbrücke wurden gut nachgefragt, ebenso wie der Grünkohl mit Pinkel und das Grillgut von Metzgerei Hielscher, Crepes, Kinderpunsch und die Waffeln beim Damenkomitee der katholischen Frauengemeinschaft Sankt Josef. Der Erlös aus dem, was dort alles verkauft wurde, ging an den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Rhein-Sieg. Der kann Aufmerksamkeit und Spenden immer gut gebrauchen, auch um zu erreichen, dass lebensverkürzende Erkrankungen bei jungen Menschen kein Tabuthema mehr sind.

Der Nikolaus verteilt Geschenke an 300 Kinder

Schön war nachmittags, dass das Carillon im Glockenturm die Leute weithin zum Markt rief. Darüber hinaus sorgten immer wieder Musikgruppen für schöne Atmosphäre, außerdem kam jeden Tag Diakon Barthel Held als Nikolaus vorbei, begleitet von Wäscherin Lea Kempe als Engelchen. Am Freitag hatten die beiden Geschenke an rund 300 Kinder verteilt. Der Nachwuchs konnte außerdem auf dem mittelgroßen Karussell Runden drehen, für das am Ende der Gottfried-Claren-Straße Platz war. Die Tannenbäumchen auf dem Platz hatten schon am Freitag 170 Kinder aus neun Kitas geschmückt. Die Atmosphäre war schön, der 35. Nikolausmarkt hat durch das neue Konzept an Charme gewonnen.

Gabi Thielemann und Christian Militzer fühlten sich auch wohl. Das sei ein schöner Markt, fanden sie, und es sei auch gut, dass er nicht zu groß ist. Sie waren zum zweiten Mal auf dem Nikolausmarkt, auch um Weihnachtsgeschenke für den Nachwuchs zu suchen, und hatten sich dort mit Freundin Franziska Böhm getroffen. Sie war schon früher auf dem Markt, als sie noch gegenüber gewohnt hatte, und bewertete das neue Konzept positiv. „Es ist entzerrt, das finde ich gut. Jetzt ist es entspannter.“ Sie komme auch deshalb dorthin, um die örtlichen Vereine zu unterstützen.

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