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Neubaugebiet Am Mühlenbach: Nur noch ein Gewerbegrundstück frei

Neubaugebiet Am Mühlenbach : Nur noch ein Gewerbegrundstück frei

Das Neubaugebiet Am Mühlenbach entwickelt sich prächtig. Die 33 Wohnhausgrundstücke waren bereits im Herbst verkauft, und von den neun Gewerbegrundstücken ist nur noch eins ausgeschrieben.

Bis Ende des Monats können sich Bewerber noch melden, danach soll zusammen mit der Stadt Bonn eine Auswahl getroffen werden, so Guido Eßer, Sprecher im Regionalbüro Bonn der zuständigen NRW.Urban GbmH.

Den Grundstein für sein neues Gebäude legte am Dienstag das Präsidium des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse). Der hatte seinen Standort bislang an der Hohe Straße in Tannenbusch, dort wurde dem Verband aber Geschäftsführer Jörg Lacher zufolge der Mietvertrag gekündigt: Ein anderes dort ansässiges Unternehmen habe mehr Räume benötigt und mehr Geld geboten. Also zieht der Verband auf die rechte Rheinseite und ist damit auch nicht unglücklich, denn bald hat er seine eigenen Räume.

Der Wirtschaftsverband vereint 840 deutsche Recycling- und Müllabfuhrunternehmen unter seinem Dach. Auch spezialisierte Betriebe wie Schrottverwerter, Sortierbandbetreiber oder solche, die aus Altbaustoffen Granulate zur Wiederverwendung herstellen, gehören dazu. Der Verband vertritt deren Interessen, und deshalb ist Bonn ein guter Standort: „Es ist nicht weit bis nach Brüssel“, so Lacher. Das ist wichtig, denn dort werden die EU-Richtlinien für den Umweltbereich beschlossen, deswegen muss dort die Lobbyarbeit des bvse erfolgen. Auch der Bonner Dienstsitz des Bundesumweltministeriums ist dafür eine wichtige Anlaufstelle.

Auch für den Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen (VDKL) ist die Nähe zu Brüssel ein wichtiges Standortkriterium. Reizvoll sei außerdem die gute Anbindung an den Köln/Bonner Flughafen, über den man schnell in Berlin ist, sagt Geschäftsführer Jan Peilnsteiner. Dieser Verband, vorher ebenfalls linksrheinisch, hat seinen Neubau Am Mühlenbach schon bezogen, ein kubischer Bau mit Büroräumen im Ober- und einem Besprechungsraum im Erdgeschoss. Die vier Mitarbeiter können beobachten, wie das Gewerbegebiet um sie herum entsteht.

Lobbyarbeit ist auch hier wichtig, zumal sich die EU-Richtlinien in diesem Bereich laut Peilnsteiner regelmäßig ändern. Die große Herausforderung hier ist die ununterbrochene Einhaltung der Kühlkette beim Transport von Lebensmitteln und empfindlichen Materialien. Rund 500 deutsche Unternehmen gehören dem Verband an, das sind 80 Prozent aller Anbieter. Für sie arbeitet der Verband hauptsächlich in Brüssel, weil man Waren ja auch europaweit und darüber hinaus transportiert. Es gibt aber auch andere Serviceleistungen: „Der Verband filtert relevante Informationen für seine Mitglieder.“

Die für Peilnsteiner wichtigste Neuerung in den gut 60 Jahren VDKL ist der Strompool, mit dem man 2014 Verband des Jahres wurde: „Wir kaufen für unsere Mitglieder Energie an der Strombörse in Leipzig ein.“ Die verbrauchen mit ihren Kühlanlagen enorm viel Strom und sparen auf diese Weise viel Geld.

Noch in der Planungsphase befindet sich die Tankstelle, die auch auf das Gelände soll. „Ich habe jetzt fortlaufend Architektentermine“, sagt der künftige Betreiber Thomas Scherer, dessen Vater den Tankport in Pützchen führt. Nach Lärmschutzdiskussionen mit den Anwohnern habe man eine Lösung gefunden, mit der alle leben können: „Der Lärmschutz ist das Gebäude selbst. Es ist Richtung Wohngebiet ausgerichtet.“ Die Zapfsäulen, laut Scherer werden es wahrscheinlich vier, liegen aus Sicht der Anwohner dahinter. Wann mit Baubeginn und Fertigstellung zu rechnen ist, kann er nicht sagen. „Wünschenswert wäre natürlich noch in diesem Jahr.“ Eins sei aber schon klar: Egal, welcher Öllieferant am Ende den Zuschlag erhält, die Anlage werde „Tankstelle Scherer“ heißen.