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Oberkassel: Frau an Zipperstraße von Straßenbahn erfasst

Mehrere Zeugen berichten : Frau in Oberkassel von Straßenbahn erfasst und schwer verletzt

In Oberkassel ist eine Frau am Dienstagabend von einer Straßenbahn der Linie 66 erfasst und schwer verletzt worden. Die Polizei spricht von mehreren Zeugen, die den Unfall gesehen haben.

Die polizeilichen Ermittlungen zum Straßenbahnunfall am Dienstagabend in der Zipperstraße dauern weiter an. Das bestätigte Polizeisprecher Michael Beyer dem GA am Mittwoch. Es gebe diverse Zeugen, die den Vorfall gesehen hätten.

Wie berichtet, wurde eine 35-jährige Frau von einer Bahn der Linie 66, die in Richtung Bad Honnef unterwegs war, erfasst und dabei schwer verletzt. Die 35-Jährige soll die Gleise trotz roter Ampel und geschlossener Schranke überquert haben. Die Bahn traf sie nicht frontal, sodass die Frau seitwärts von der Bahn weggestoßen und nicht überrollt wurde. Der 60-jährige Fahrer der Straßenbahn erlitt einen Schock und ist aktuell krankgeschrieben.

Die Stadtwerke Bonn (SWB) haben unterdessen die Bahnschranken und alle anderen Einrichtungen vor Ort kontrolliert. „Die Technik hat funktioniert – die Bahnschranken waren geschlossen“, sagte Sprecherin Veronika John dem GA. Der Fahrer habe zuvor auch ein Klingelzeichen gegeben, sodass die Bahn akustisch zu hören gewesen sein.

Die SWB haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit vor Ort vorgenommen. Darunter zählen die Fußgängerschranken, Kindersignalgeber und Akustiken. An einigen Bahnübergangen der Deutschen Bahn gibt es in Bonn unter den Schranken einen sogenannten Behang – an der Zipperstraße allerdings nicht. „Jeder, der vorsätzlich über einen geschlossenen Bahnübergang gehen möchte, täte dies unserer Auffassung auch bei Schranken mit Behang“, so John. Sie macht zudem auf eine Besonderheit an der Zipperstraße aufmerksam: Dort gibt es eine Verkehrsinsel, die beide Fahrspuren trennt. „Daher wirkt die Schranke an dieser Verkehrsinsel wie eine Vollschranke“, so die Sprecherin. Zwischen Schranke und Verkehrsinel würde es einen Spalt geben, der als Fluchtmöglichkeit zum Verlassen des geschlossenen Bahnübergangs diene.

Die Straßenbahnen fahren an dieser Stelle rund 50 Kilometer pro Stunde. John grenzte aber ein: Da die Bahnen bereits im Bremsvorgang seien, um an der nahen Haltestelle zu halten, würden die Züge meist weniger als 50 Kilometer pro Stunde fahren.  Eine weitere Temporeduzierung würde vor Ort zu längeren Schließzeiten der Schranken führen, wodurch noch mehr Personen zum Überqueren der Gleise verleitet werden könnten.

Die Frage der Geschwindigkeit würde sich beim aktuellen Unfall allerdings nicht stellen, so John weiter, weil die „verunfallte Person trotz geschlossener Schranke und Rotlicht“ den Bahnübergang vorsätzlich betreten habe. „Vielmehr ist hier ein gefährlicher Eingriff in den Bahnbetrieb zu sehen, da zum Beispiel auch eine Sturzgefahr für Fahrgäste in der Bahn bestand aufgrund der starken Bremsung der Bahn“, so John.