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Auf Filmfestival: Oscar-Regisseur lobt Holzlarer Filmstudent

Auf Filmfestival : Oscar-Regisseur lobt Holzlarer Filmstudent

Der Holzlarer Pascal Schuh studiert Film- und Fernsehregie an der Hochschule in Potsdam. Mit seinem aktuellen Film hat er Aufmerksamkeit erregt. Sogar ein Oscar-Regisseur lobte die Produktion des 23-jährigen.

Pascal Schuh (23) aus Holzlar lebt seinen Traum. Nach seinem Abitur an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Beuel studiert er seit 2017 Film- und Fernsehregie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf bei Volker Schlöndorff. Auf Einladung hat Schuh beim Filmfestival Max Ophüls in Saarbrücken Anfang des Jahres – noch vor den corona-bedingten Beschränkungen – seinen Film „Das Wie Ist Das Was“ vor Filmemachern gezeigt.

Zwar hat es dabei in der Rubrik „Mittellanger Film“ keinen Preis für ihn gegeben. Dafür aber Lob vom international renommierten Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Volker Schlöndorff, dessen Film „Die Blechtrommel“ 1980 einen Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ erhalten hatte. „Der Film hat eine außerordentliche Farb-, Licht- und Musikgestaltung. Außerdem ist ein starker und gelungener Stilwillen zu erkennen. Die Darsteller sind präzise besetzt und geführt worden. Der Film hat eine innere Spannung, vorausgesetzt, dass man sich darauf einlässt.“

Bescheiden äußert sich Pascal Schuh zum Besuch beim Festival: „Mein Team und ich waren schon von Anfang an sehr glücklich, dass wir überhaupt zum Festival eingeladen wurden, deshalb waren wir auch nicht enttäuscht, dass wir nichts gewonnen haben.“ Der Filmregisseur und Autor Rosa von Praunheim habe sogar dazu aufgefordert, das Scheitern zu genießen, berichtet Schuh. „Denn wer scheitert, kann viel Größeres und Neues schaffen, als ihm davor bewusst war. Wer nur gewinnt, droht faul zu werden.“

Seit 2017 studiert Pascal Schuh aus Holzlar in Berlin auch Regie. Foto: privat

Schuhs Film handelt, so berichtet er, von einer sogenannten schönen Dystopie, das Gegenbild zur positiven Utopie: „Es wird eine Zeit geben, in der die Menschen satt sind und wenig Freude aneinander finden. In dieser Welt ohne Appetit und Lust, in der Sex zur Fortpflanzung nicht mehr notwendig ist, bewegt sich Oteam, der etwas anders tickt. Oteam hat Synästhesie, eine Kopplung zweier oder mehrerer physisch getrennter Modalitäten der Wahrnehmungen.“

Schon an der IGS hat sich Schuh beim Jugendfilmfestival bewiesen und mit seinem Kurzfilm „Herzinfarkt“ einen Preis bekommen. „Pascal war damals mein Schüler sowohl in Deutsch als auch im Literatur-Medien-Kurs“, berichtet Michael Hellmich, sein damaliger Lehrer, über ihn. „Er hat sich in beiden Kursen durch seine besonderen Gedanken und spannenden Denkanstößen hervorgetan. Seine leicht ausschweifenden, aber stets pointierten und im Subtext witzigen Kommentare haben ihn ausgemacht.“ Schuh werde mit Sicherheit seinen Weg im „Haifischbecken Film“ gehen, prophezeit Hellmich ihm. „Ich freue mich schon darauf, seinen ersten professionellen Film im Unterricht als gutes Beispiel eines ehemaligen Schülers zu präsentieren und zu analysieren.“

Doch bis dahin wird es noch ein weiter Weg für Schuh werden. „Momentan sind im Studium maximal 30- bis 45-minütige Filme angesehen, weshalb es wohl noch etwas dauern wird, bis der erste Film von mir im Fernsehen oder im Kino zu sehen sein wird. Ich hoffe aber, dass es spätestens in drei Jahren so weit ist.“ Im Augenblick arbeitet er an seinem Bachelor-Abschlussfilm, in dem er eine Geschichte aus der jüngsten deutschen Vergangenheit in 30 Minuten erzählt. „Jetzt bin ich 23. Spätestens mit Ende 25 möchte ich meinen ersten Langfilm drehen. Mal sehen, was die Zukunft bringt.“