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Der ehemalige Linke Michael Seeland ist jetzt Grüner: Parteiwechsel stärkt die Fraktion

Der ehemalige Linke Michael Seeland ist jetzt Grüner : Parteiwechsel stärkt die Fraktion

Die Bezirksfraktion der Grünen hat Zuwachs bekommen: Vor zwei Wochen hat sich Michael Seeland, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren als parteiloses Mitglied im Stadtbezirksparlament saß, entschieden, sich den Grünen anzuschließen. Am Mittwochabend nahm er erstmals als Grüner an der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel teil. Somit besteht die Fraktion wieder aus vier Mitgliedern.

Für die Links-Partei zog Michael Seeland nach der Kommunalwahl 2009 in die Beueler Bezirksvertretung ein. Aber bereits im Herbst 2010 kam es zum Bruch mit der Bonner Ratsfraktion. Kurze Zeit später gab er auch sein Parteibuch zurück, weil er die Linke nicht mehr als politische Heimat sah. Sein Mandat in Beuel behielt er aber. Nahezu zeitgleich war Petra Maur von den Grünen zur SPD gewechselt.

Gefragt, warum er jetzt zu den Grünen gewechselt sei, sagte Seeland: "Der Teamgeist in der Beueler Grünen-Fraktion ist gut. Und da ich aufgrund des Koalitionsvertrags zwischen SPD, Grünen und mir die politische Arbeit der vergangenen Jahre mitgeprägt habe, war die Entscheidung naheliegend, bei den Grünen mitzumachen."

Zur Ankündigung von Bezirksbürgermeister Werner Rambow, aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen wegen mangelnder Unterstützung aus den eigenen Reihen austreten zu wollen, wollte Seeland gestern nur so viel sagen: "Wenn es so kommen sollte, dann wäre es eine persönliche Entscheidung von Werner Rambow, der mit seiner Partei hadert." Nächste Woche fällt die Entscheidung Rambows nach einem Gespräch mit den Sprechern der Grünen-Ratsfraktion, Dorothee Paß-Weingartz und Peter Finger.

Die Hauptthemengebiete, um die sich Seeland in Beuel kümmert, sind Jugend, Senioren, Familie und Soziales. "Dadurch ergänze ich die Beueler Fraktion gut, weil Christoph Winter zum Beispiel Naturwissenschaftler ist", erklärte Seeland.

Für 2013 hat sich der 51-Jährige einiges vorgenommen: Zusammen mit dem Stadtjugendring Bonn will Seeland ein Jugendforum oder ein Jugendparlament im rechtsrheinischen Stadtgebiet initiieren. "Wir wollen den Jugendlichen in Beuel eine Plattform bieten, um an der politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklung Beuels teilnehmen zu können", betonte Seeland. Wann und wie das Gremium an den Start gehen wird, steht derzeit noch nicht fest. "Ich hoffe, dass wir nach den Sommerferien so weit sind und alle Inhalte vorstellen können", sagte der Kommunalpolitiker.

Zur Person:
Michael Seeland, Jahrgang 1961, ist in Troisdorf geboren. Er ist ledig und wohnt derzeit in Holzlar. Der diplomierte Sozialwissenschaftler leitet zwei Jugendzentren in Bornheim. Arbeitgeber ist die Katholische Kirche. 1979 gründete er mit Freunden die Grünen in Sankt Augustin. Seeland ist Mitglied bei Attac Bonn.