Pech für Sankt Martin in Beuel Pferd hat die Augengrippe - St. Martin muss zu Fuß gehen

Beuel · Großes Pech für St. Martin in Beuel am Samstagnachmittag. War doch sein Pferd krank geworden, genau wie im letzten Jahr.

 Umringt von vielen Kleinkindern mit ihren Eltern teilt der heilige St. Martin seinen Mantel - allerdings ohne Pferd.

Umringt von vielen Kleinkindern mit ihren Eltern teilt der heilige St. Martin seinen Mantel - allerdings ohne Pferd.

Foto: Max Malsch

„Es hat die Augengrippe“, erklärte Katja Birkner vom veranstaltenden Kleinen Muck den Kindern, „und wegen der großen Ansteckungsgefahr musste es im Stall bleiben“.

So blieb dem St. Martin, dem Diakon Klaus Behne, nichts anderes übrig, als mit den Kindern zusammen zu Fuß zu gehen, statt sie hoch zu Ross zu begleiten. Seit wie vielen Jahren Behne den St. Martin spielt, das weiß er schon gar nicht mehr. „Aber jedes Jahr zu dieser Zeit wird leider mein Pferd krank“, sagte er, um hinter vorgehaltener Hand zu ergänzen: „Ich könnte auch gar nicht aufsteigen.“

„Es ist über 25-jährige Tradition, dass wir ein Martinsfest speziell für Familien mit kleinen Kindern veranstalten“, berichtete Brigitte Mohn, die Vorsitzende des Gesamtvereins des Kleinen Muck. Das Fest findet immer auf der Wiese am Spielplatz Hermannstraße statt. „Das gemeinsame Singen“, so Katja Birkner, „ist uns ganz wichtig und wird deshalb auch schon vorher in den Eltern-Kind-Gruppen bei uns geübt“. Die Zielgruppe für diesen Martinszug sind vorwiegend die kleineren Kinder, die noch nicht im Kindergarten sind.

"Wusste gar nicht, dass ein Pilz so schön leuchten kann"

Ihnen soll, so Birkner, die Tradition der Martinsgeschichte vom armen Mann und dem wohlhabenden Mann, der teilen kann, nahegebracht werden. Wunderschöne Laternen konnte Birkner begrüßen. „Ich wusste gar nicht, dass ein Pilz so schön leuchten kann“, stellte sie fest und begrüßt unter anderem eine kleine Maus. Wobei die kleine Maus, die die Laterne trägt, lauthals mit heller Stimme erklärt: „Das ist die Maus von der Sendung mit der Maus.“

Der Zug führte durch den Bergweg, über die Rudolf-Hahn-Straße, durch die Johannisstraße, zurück durch die kleine Feldstraße und ist gut 400 Meter lang, sodass auch die kleinen und jüngeren Teilnehmer ihn schaffen konnten. Viele Häuser waren schön mit Kerzen oder Lampions geschmückt und verliehen dem Zug in den engeren Sträßchen ein besonderes Ambiente.

Wer den Weg mit den Kindern zusammen zurückgelegt hatte, der hatte dann seine Kenntnisse an allen Strophen aller Martinsliedern aufgefrischt. Glühwein, Kinderpunsch, Weckmänner und das Martinsfeuer warteten bei der Rückkehr auf alle. „Teilen und Schenken“, sagte Birkner als St. Martin beim Spiel der Martinsgeschichte abschließend, „macht einfach Freude“.

Die Teilnehmerzahl schätzt die Polizei auf 600 bis 800 Personen. Und Brigitte Mohn vermutet, dass rund ein Drittel davon Kinder sind, die am Martinsfest hier teilnehmen.

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