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Poller in Beuel: Händler kritisieren Vorgehen der Stadt

Neue Absperrungen in der Innenstadt : Beueler Händler kritisieren Vorgehen der Stadt

In Beuel fallen weitere Parkplätze weg. Die Stadt hat neue Absperrungen an der Friedrich-Breuer-Straße aufgestellt. Gewerbetreibende kritisieren Grün-Rot-Rot wegen schlechter Kommunikation.

Die nächsten Poller stehen: Am Donnerstag betonierten Mitarbeiter einer Fachfirma in Höhe des Dr.-Weis-Platzes weitere Poller entlang der Friedrich-Breuer-Straße, um das Nutzen der Parkplätze zu verhindern. Die Reaktionen, auf die von Grün-Rot-Rot angeordneten Maßnahme reichen von Verständnis bis zu harscher Kritik.

Die Gewerbe-Gemeinschaft Beuel (GGB) kritisiert das Vorgehen der Mehrheitskoalition. „Warum hat man uns nicht frühzeitig über die Absichten befragt oder informiert“, so der zweite Vorsitzende der GGB, Volker Schicht. Da dies nicht geschehen sei, stellten sich die Gewerbetreibenden insbesondere an der Friedrich-Breuer-Straße die Frage, ob dies die richtige Art und Weise sei, aktuell und auch künftig miteinander umzugehen. „Dass wir nicht informiert worden sind, ist die eine Sache, dass wir aber auch bei der eigentlichen Umsetzung ohne einen vorherigen Hinweis vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind, bringt das Fass zum Überlaufen“, ergänzte GGB-Vorstandsmitglied Ulrich Rosen.

Was ihn und seine Kollegen im GGB-Vorstand besonders ärgert, ist die Tatsache, dass die Stadt Bonn einen Tag vor dem Lockdown mit dem Aufstellen der Poller in der Friedrich-Breuer-Straße begonnen hat. So könne man nicht mit der Geschäftswelt umgehen. Die GGB, die die Interessen von nahezu 230 Unternehmen im rechtsrheinischen Bonn vertritt, habe ein Anrecht darauf, rechtzeitig informiert zu werden, wenn politische Entscheidungsträger derart gravierende Entscheidungen treffen, teilte der Vorstand mit.  Aus Sicht der GGB ist die Beueler Innenstadt in den vergangenen Jahren aufgeblüht. „Sie ist attraktiv geworden. Es gibt keine Billigläden und keine Leerstände“, sagten Schicht und Rosen. Nur so habe man sich ein eigenes Flair geben können, um sich gegen das A-Zentrum-Bonn, nahegelegene Einkaufszentren und den Onlinehandel durchsetzen zu können.

„Wenn jetzt alle Parkplätze wegfallen, bedeutet das weitere und zum Teil existenzbedrohende Umsatzeinbußen für die Geschäfte“, ergänzte Schicht. Nach eigener Aussage fühlen sich die Händler „als Spielball der Politik“. Innerhalb der GGB ist man sich einig, dass die jetzige Situation so nicht hingenommen werden kann. Eine Petition an die Mitglieder der Bezirksvertretung, mit der eindringlichen Bitte, Abhilfe zu schaffen, blieb bislang unbeantwortet. „Zumindest von der Bezirksbürgermeisterin hätten wir eine Antwort erwartet“, betonte Schicht.

Dazu sagte Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn (Grüne) am Donnerstag: „Ich habe zeitnah nach meinem Amtsantritt der GGB einen Gesprächstermin angeboten, der aber wegen der Kurzfristigkeit abgelehnt wurde. Jetzt treffen wir uns im Januar. Ich hätte gerne viel früher mit der GGB gesprochen.“ Bei dem Treffen will sie auch über die Inhalte der sogenannten Petition sprechen. Zum Thema Poller erklärte Mohn: „Wir haben mit unserem Dringlichkeitsantrag nur dafür sorgen wollen, dass der  Parkverbotsbeschluss aus der vergangenen Wahlperiode  auch umgesetzt wird.“ Dass die Stadt sich für Poller entschieden habe, habe Grün-Rot-Rot nicht vorgegeben.