Fördergelder der NRW-Stiftung Josefs-Tempel in Pützchen soll saniert werden

Pützchen · Nach einer Umgestaltung soll der Park am Herz-Jesu-Kloster St. Adelheid in Pützchen künftig für alle zugänglich sein. Wie die NRW-Stiftung dabei hilft, den Josefs-Tempel auf dem Gelände wieder zu einem Blickfang zu machen.

Marion Lisken-Pruss vom Adelheid-Verein steht vor dem Josefs-Tempel im Klosterpark. Noch ist dieser eingezäunt, für kommendes Jahr ist eine umfangreiche Sanierung des historischen Tempels geplant.

Marion Lisken-Pruss vom Adelheid-Verein steht vor dem Josefs-Tempel im Klosterpark. Noch ist dieser eingezäunt, für kommendes Jahr ist eine umfangreiche Sanierung des historischen Tempels geplant.

Foto: Sebastian Flick

Noch ist der kleine Tempel im Park des Herz-Jesu-Klosters eingezäunt. „Betreten verboten“ steht auf einem Schild am Zaun. Doch wenn Marion Lisken-Pruss, Mitglied des Adelheid-Vereins, die Augen schließt, sieht sie in dem historischen, von Säulen getragenen Rundbau bereits Musikgruppen vor zahlreichen Zuhörern spielen, die sich alle im Klosterpark versammelt haben.

Derzeit sind diese Gedanken noch Zukunftsmusik, doch könnten sie bald schon in die Realität umgesetzt werden: Eine zeitnahe Wiedernutzung des Josefs-Tempels ist möglich, denn die NRW-Stiftung hat jetzt bekanntgegeben, entsprechende Fördermittel für die dringend notwendige Sanierung des Schmuckstücks zur Verfügung zu stellen.

Konzertstätte für die Heilanstalt Pützchen

Errichtet wurde der Josefs-Tempel vor etwas mehr als 100 Jahren, vermutlich um 1911, im Zuge der damaligen Parkerweiterung. Der Herz-Jesu-Orden erwarb die grüne Oase wenig später im Jahr 1920. Zuvor nutzte die von 1866 bis 1920 in der Parkanlage ansässige Heilanstalt Pützchen den Josefs-Tempel bereits als Konzertstätte und realisierte musikalische Veranstaltungen für die Patienten der Anstalt. Spaziert man durch die Parkanlage bildet der an einer Wegesachse gelegene Josefs-Tempel einen entscheidenden Blickpunkt. „Der Weg, der direkt auf den Josefs-Tempel zuführt, ist schon immer der Lieblingsweg der Ordensschwestern gewesen“, sagt Klaus-Dieter Pruss vom Adelheid-Verein.

Bereits vor etwa ein bis eineinhalb Jahren hat der Adelheid-Verein dank finanzieller Unterstützung über das Förderprogramm REACT EU das Wegenetz im Park sanieren können. Zudem konnten während der im Zeitraum Januar 2022 bis Juli 2023 erfolgten Umgestaltung der neun Hektar großen Parkanlage Besucherleitsysteme installiert, ein neues Bewässerungssystem angelegt werden und der Park mit neuen Bepflanzungen aufgewertet werden.

Gegen den Abriss, für eine Sanierung

Im Zuge dieser Umgestaltung wurde festgestellt, dass der Stahl am Josefs-Tempel angegriffen ist. „Statiker hatten uns bestätigt, dass der Tempel saniert werden muss“, sagt Marion Lisken-Pruss. Ein großes Anliegen ist es dem Adelheid-Verein, die ursprüngliche Bausubstanz zu erhalten: „Deshalb haben wir uns gegen einen Abriss und für eine Sanierung entschieden. Was wieder aufgebaut wurde, ist nie so, wie es einmal war“, sagt Klaus-Dieter Pruss vom Adelheid-Verein.

Finanziell realisiert werden kann die Sanierung des Josefs-Tempels, die voraussichtlich rund 70.000 Euro kosten wird, dank der NRW-Stiftung, die 50.000 Euro zur Verfügung stellt. Den übrigen Betrag muss der Adelheid-Verein selbst aufbringen. Zur großen Freude des Vereins wird es im Zuge der Sanierung möglich sein, auch die Haube des Josefs-Tempels zu rekonstruieren. Dazu stellt die NRW-Stiftung noch einmal weitere 20.000 Euro zur Verfügung: „Das hatten wir nie zu hoffen gewagt“, sagt Lisken-Pruss.

Projekt soll bis 2025 abgeschlossen werden

Bis Ende 2025 soll das Projekt, für das der Adelheid-Verein bereits einen Architekten beauftragt hat, erfolgreich abgeschlossen sein. Dann möchte der Adelheid-Verein den in Privatbesitz befindlichen Park wieder für alle zugänglich machen und in regelmäßigen Abständen an lauen Sommerabenden öffentliche Konzerte anbieten. „Wir haben bereits heute erste Anfragen von Chören und Musikgruppen“, verrät Klaus-Dieter Pruss.

Darüber hinaus freut sich der Adelheid-Verein, ab August dieses Jahres einen Platz für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) anbieten zu können. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Infos unter foej-bewerbung.lvr.de.

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