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Heimatmuseum Beuel öffnet am 10. Juli: QR-Codes erklären nun die Exponate

Heimatmuseum Beuel öffnet am 10. Juli : QR-Codes erklären nun die Exponate

Der Heimat- und Geschichtsverein Beuel hat die lange Zwangspause genutzt, um das Heimatmuseum zukunftsfähig zu machen. Mit QR-Codes an den Exponaten, Renovierungen und einer Beach-Flag als Wegweiser hofft man, neue Besucher anzusprechen. Der Verein selbst agiert derzeit nur mit kleinem Vorstandsteam.

„Totgesagte leben länger“, sagte Inke Kuster auf der Pressekonferenz zur Wiedereröffnung des Museums Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Beuel am Rhein. Zwei Dinge sprach sie damit an: Einerseits die Gerüchte, die an sie als stellvertretende Museumsleiterin herangetragen worden sind und die wohl besagten, dass sich der HGV von den Lockdowns während der Corona-Pandemie nicht erholen werde. Und andererseits gab sie damit der Freude aller ehrenamtlichen Mitarbeiter Ausdruck, dass es am 10. Juli wieder losgeht. „An dem Sonntag öffnen wir wie gehabt unsere Pforten für Besucher, und wir haben auch einige Überraschungen für sie parat“, kündigte Kuster an.

Die erste Neuerung ist bereits vor dem Museum auf der Hermannstraße zu bewundern. Eine „Beach-Flag“, wie man sie vom Strand her kennt, weist mit dem Wort „geöffnet“ darauf hin, dass das Heimatmuseum Besucher empfängt. Gestaltet hat sie Sebastian Jenal, genannt der „Ötzi“; er zeichnet Comics und entwirft Fahnen, Flyer und Banner. „Niemand braucht mehr am Tor zu rütteln, um zu prüfen, ob wir tatsächlich geöffnet haben“, meinte der stellvertretende Vorsitzende Rainer Krippendorff.

Im Innenhof liefen während der Pressekonferenz noch handwerkliche Arbeiten. Während Dachdecker bereits Lücken geschlossen hatten, durch die es in die Scheune und den Stall reinregnen konnte, war Malermeister und Restaurator Erich Monschau damit beschäftigt, die letzten kunstvollen Pinselstriche an die Außenwände zu bringen. „Bei diesen Arbeiten hat uns die Stadt völlig unbürokratisch und schnell geholfen“, fand Krippendorff lobende Worte. „Zusätzlich haben wir mit Anni Merzbach jemanden gewinnen können, der sich zukünftig um den Innenhof kümmern wird“, so Kuster. Zwei Frauen unterstützen Inge Parusel bei der Arbeit im Kräutergarten.

Gleich rechts, wenn man den Hof des Museums betritt, ist das Steinhaus. Darin wurde während des Lockdowns ein Raum total saniert. Über die genaue Ausgestaltung macht sich Kuratorin Kuster zusammen mit Anna-Maria Marx, einer weiteren neuen Mitarbeiterin, die reichlich Museumserfahrung mitbringt, Gedanken. Die hat sich in der langen Pause auch Andreas Obst gemacht. Er hat nämlich für zahlreiche Exponate sogenannte QR-Codes entworfen, hinter denen sich, sofern man auf seinem Smartphone die richtige App hat, Informationen zu den betrachteten Gegenständen befinden. Dieser Prozess ist bei der Vielzahl der Ausstellungsstücke noch lange nicht abgeschlossen. „Das Heimatmuseum goes digital“, sagte Kuster scherzhaft, aber zukunftsweisend. Nur zur Ausstellung, die am Wiedereröffnungstag beginnt, hielt sie sich noch ein wenig bedeckt. „Es hat mit Pandemien zu tun“, verriet sie.