1. Bonn
  2. Beuel

Politik genehmigt Ausbau: Radroute in der Rheinaue wird verbreitert

Politik genehmigt Ausbau : Radroute in der Rheinaue wird verbreitert

Die Bezirksvertretung Beuel stimmt dem geplanten Ausbau des Radwegs in der Beueler Rheinaue zu. Damit der Radweg auf eine Breite von drei Meter ausgebaut werden kann, müssen im Abschnitt zwischen Südbrücke und BRG-Bootshaus 27 Bäume gefällt werden.

Trotz heftiger Proteste aus der Bürgerschaft und seitens der Opposition hat die Bezirksvertretung Beuel am Mittwochabend die geplante Radschnell-Route für die Beueler Rheinaue genehmigt – und das letztlich überraschend einstimmig. Das Abstimmungsverhalten der CDU erklärte Bezirksverordneter Marco Rudolph so: „Grundsätzlich ist eine Verbreiterung des Radwegs richtig, aber die Schwerpunktsetzung stimmt nicht, weil die Rheinaue ein Naherholungsraum für alle Bürger ist. Man darf nicht eine Nutzergruppe deutlich bevorteilen.“ Der Radweg wird nun bis zu drei Meter breit ausgebaut.

Mehr als eine Stunde haben die Fraktionen über den Tagesordnungspunkt teils heftig gestritten. Unter anderem ging es um die Frage, ob die Bezirksvertretung sich in der vergangenen Wahlperiode mit dem Thema schon mal beschäftigt hatte oder ob die Verwaltung die Planung jetzt erstmalig zur Beratung vorgelegt hat. Dirk Delpho vom Stadtplanungsamt erinnerte daran, dass die Bezirksvertretung bereits im März 2019 den Ausbau der Radschnell-Route beschlossen hat. Jetzt läge halt die Detailplanung vor, der kurzfristig zugestimmt werden müsse, damit der Förderzeitraum und damit die Landeszuschüsse nicht gefährdet werden würden. Er stimmte der Kritik zu, dass eine Beteiligung der Bürger ratsam gewesen wäre. Stattdessen will die Stadt nun die Bürger über die Details informieren.

CDU und FDP warnten vor möglichen Gefahrenpunkten: Auf der rund 1750 Meter langen Radschnell-Route von der Südbrücke bis zum Biergarten „Blauer Affe“ existieren neun Kreuzungen, an denen es zu gefährlichen Begegnungen zwischen Radfahrern und Fußgänger kommen könnte. Besonders unfallträchtig sei der Abschnitt in Höhe des Ruderhauses der Bonner Ruder-Gesellschaft.

Gerhard Baumgärtel (Die Grünen) warb für Akzeptanz: „Von dem Ausbau profitieren insbesondere Familien: Die Route durch die Rheinaue ist attraktiv für Eltern mit Kindern.“ Auch der Begegnungsverkehr werde nach der Verbreiterung für Radfahrer deutlich entspannter. „Eine Verbreiterung ist daher dringend notwendig“, so Baumgärtel, der auch Sprecher des Beueler ADFC ist.

Alle Fraktionen und selbst die Verwaltung stuften den Begriff der Radschnell-Route als unglücklich ein, weil er suggeriere, dass Radfahrer mit hohem Tempo fahren würden. Die Verwaltung sicherte zu, dass die von CDU und FDP geforderte Sicherheitsüberprüfung erfolgen werde und notfalls an einigen Stellen Schilder und Piktogramme aufgestellt beziehungsweise aufgebracht werden, die vor Querverkehr warnen.

Unbeantwortet blieb in der Sitzung die Frage, warum der Naturschutzbeirat der Fällung von 27 Bäumen in Beuel zugestimmt hat, die Fällungen für den Radwegeausbau auf der Bonner Seite aber ablehnt. Am Donnerstag nahm dazu Wolfgang Kehren, Vorsitzender des Naturschutzbeirats, im Gespräch mit dem GA Stellung: „Die Planung für den Beueler Radschnellweg ist schlüssiger und leichter umsetzbar. Außerdem ist die Wertigkeit der Bäume in Beuel nicht so hoch wie auf der Bonner Seite. Allerdings möchte ich betonen, dass jeder Baum, der für den Radweg gefällt werden muss, eigentlich zu viel ist.“ 

Auf Antrag der Koalition wurde die Verwaltung aufgefordert, als Ersatz für die zu fällenden Bäume zusätzlich zu den vorgeschriebenen Ausgleichspflanzungen in der Rheinaue weitere 100 Bäume im gesamten Stadtbezirk zu pflanzen. Die Pflanzungen sollen innerhalb eines Jahres erfolgen, und der Bezirksvertretung muss eine Liste mit den Standorten vorgelegt werden.