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„Mir sin all löstisch, blödsinnisch un bekloppt“: Ramersdorfer Kirmes hat eine Zukunft

„Mir sin all löstisch, blödsinnisch un bekloppt“ : Ramersdorfer Kirmes hat eine Zukunft

Wilfried Mermagen vom Schüüreclubs führt durch einen humorvollen Abend, bei dem der Paias getauft wird. Besonderer Höhepunkt: die Talkrunde.

Einer privaten Initiative ist es zu verdanken, dass die Kirmes in Ramersdorf eine Zukunft hat: dem „Ramersdorfer Schüüreclub“ in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen aus Ramersdorf. Die Mitglieder des Schüüreclubs sind Sabine Gerwing, Wilfried Mermagen, Thomas Raderschall, Karl-Heinz Richarz und Joachim Schoroth.

Der Club, der kein eingetragener Verein ist, hat die Verhandlung am Ende der Kirmestage über die Untaten des Paias abgeschafft und als Ausgleich hierfür eine „Paiastaufe“ vor der Kirmes eingeführt, die unter dem Motto steht: „Geboren um zu brennen“. Denn am Ende der Kirmestage wird der Paias, eine mit Stroh ausgestopfte und mit Lumpen bekleidete, lebensgroße Puppe, feierlich an der Löng verbrannt. In der Remise der Ramersdorfer Kommende fand am Montag zum zweiten Mal die Paiastaufe statt.

Der Saal mit 90 Plätzen war ausverkauft. Literarische, rheinische und humoristische Vorträge wurden gehalten, die musikalisch von den Bottermelech's Jonge begleitet wurden. Für alle Programmpunkte des Abends hatten sie sich passende Lieder ausgesucht. Ihr erstes war „Bye Bye My Love“ von den Bläck Fööss. „Das singen wir sonst immer zum Schluss“, meinten sie. Doch in diesem Fall hatte es die Bewandtnis, dass Wolfgang Bartel, der langjährige Schlossbesitzer in Ramersdorf, verabschiedet wurde. Salvatore Lucca wurde als neuer Schlossherr danach mit „Buono Sera“ begrüßt.

Den ersten Höhepunkt des Abends bildete ein Gesprächskreis, bei dem Wilfried Mermagen Judith Gerwing (Funkenmariechen bei den Roten Funken in Köln), Max Rendschmidt (Olympiasieger im Kajak in Rio 2016) sowie die Generaloberin Schwester Katharina Kowalczyks vom Orden der Rekollektinnen vom Heiligsten Herzen Jesu Kloster Ramersdorf interviewte. Von Gerwing war zu erfahren, dass es bei den Mariechen weniger auf ihr Gewicht als auf die Körperspannung ankomme, Max gestand, dass er gerne Nutellabrot esse und mit den alten Ramersdorfer Kumpels nur Wasser trinke. Schwester Katharina konnte berichten, dass die Nonnen auch im neuen Gebäude vom Investor eine Heimat bekommen und dass sie sich schon lange als Ramersdorfer Mädchen fühle.

Dann nutzte Mermagen in der Rolle des Paias seine Rede, um über aktuelle Zustände in Ramersdorf zu berichten und schloss mit den Worten: „Mir Ramersdorfer sin die schönsten Paijase, denn mir sin all löstisch, humorvoll blödsinnisch un bekloppt.“