Kulturreihe in Bonn „Tolle Abwechslung zur trüben Corona-Stimmung“

Bonn · Am Sonntag wurde es unterhalb der Kennedybrücke in Beuel und Bonn ein letztes Mal laut. Das Finale der Brücken-Edition von „Musik für die Stadt“ lockte viele Besucher an die Rheinpromenade.

 Zwischen Orient und Okzident: Die Band „Orient Nawa“ sorgte am Sonntag für „Musik für die Stadt“.

Zwischen Orient und Okzident: Die Band „Orient Nawa“ sorgte am Sonntag für „Musik für die Stadt“.

Foto: Abir Kassis

Nachdem die mobile Open-Air-Konzertreihe, die das Kulturamt im Sommer veranstaltet hat, große Resonanz bekam, organisierte die Stadt weitere Musikauftritte an den Novemberwochenenden. Als Spielorte wurden diesmal das Moses-Hess-Ufer auf der Bonner Rheinseite und das Hans-Steger-Ufer auf der Beueler Seite gewählt. Unterhalb der Brücke hatten Musiker und Publikum einen zentralen, wetterfesten Ort und konnten trotzdem ausreichend Abstand halten.

Am Sonntagmittag nahm die Band „Orient Nawa“ die Konzertbesucher in Beuel mit auf eine musikalische Reise zwischen Orient und Okzident. Die Mischung aus tänzerischen Rhythmen und poesievollen Melodien ließ viele Passanten anhalten und staunen. Einige zückten ihre Mobiltelefone und filmten den Auftritt, andere warfen den Musikern Geld in die Tasche.

Stadt bezahlt den Künstlern ihre Auftritte

„Das ist eine tolle Abwechslung zur trüben Corona-Stimmung“, lobte Sieglinde Reinhard, die mit ihrem Mann für einen Spaziergang am Rhein unterwegs war, das städtische Musikprojekt. „Wir schauen uns sowas immer gerne an, besonders wenn es so schön klingt.“

Neben Orient Nawa traten am Sonntag sechs weitere Musikgruppen in Beuel und Bonn auf. Die Stadt hatte sich bei den Bewerbern für eine Mischung aus Weltmusik, Pop, Rock, Jazz und weiteren Musikrichtungen entschieden. Vorrangig spielten professionelle Musikgruppen, die pandemiebedingt in den vergangenen eineinhalb Jahren wenig oder gar keine Auftrittsmöglichkeiten hatten. Um sich in diesen Zeiten mit den Musikern solidarisch zu zeigen, bezahlte die Stadt die Auftritte der Künstlergruppen.

Verwaltung: Wiederholung nicht ausgeschlossen

Insgesamt ist das Kulturamt mit der Resonanz der Konzerte sowie der Wetterlage zufrieden, auch viele Bürger haben sich positiv zu dem Musik-Experiment geäußert, berichtet Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt. „Viele Passanten schätzten die Dezentralität der ersten Konzertreihe, dass Musik in Ecken in der Stadt kam, in der sonst wenig oder gar keine kulturellen Aktivitäten stattfinden“, so Schmitz. Auch die Brückenkonzerte im November verzeichnete das Kulturamt als Erfolg.

Ähnlich zufrieden waren die Musikergruppen vor Ort. „Auch Profimusiker, die sonst ganz andere Settings gewohnt sind, haben sich auf dieses Experiment eingelassen“, sagt Schmitz. Insgesamt seien viele Musiker dankbar gewesen, dass es wieder vergütete Auftrittsmöglichkeiten gab. Eine Fortsetzung der Konzertreihe im Jahr 2022 ist nicht ausgeschlossen, derzeit aber noch nicht konkret in Planung, so Schmitz.

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