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Brückenforum Beuel: Reptilienbörse hatte mit dem Wetter zu kämpfen

Brückenforum Beuel : Reptilienbörse hatte mit dem Wetter zu kämpfen

Ein lustiges, kitzeliges Gefühl war das, als die Farnstabschrecke über Evins Hand kletterte. Die Neunjährige beobachtete das schmale Insekt mit den langen staksigen Beinen fasziniert und konnte ihre Eltern überreden, ihr zwei davon zu kaufen.

Die Familie hörte sich aufmerksam die wichtigsten Hinweise zur Haltung an: Die Schrecke braucht hohe Luftfeuchtigkeit, aber nicht zu viel Wärme, und sie frisst, wie der Name schon sagt, nur Farn. "Wir finden es wichtig zu wissen, wie man sie artgerecht hält", sagte Mutter Bianca Hennig.

Bei der vierten Reptilienbörse am Sonntag im Brückenforum konnten sie natürlich auch das passende Terrarium für ihre Stabheuschrecken kaufen. Ein paar Blätter zum Klettern hinein, viel mehr braucht das pflegeleichte Insekt nicht, um sich wohl zu fühlen. Natürlich gab es auch eine Menge anspruchsvollerer Terrarientiere zu sehen: Von Chamäleons und Schlangen über richtig dicke Tausendfüßer, Spinnen und Skorpione bis hin zu Erdbeer-Einsiedlerkrebs und Axolotl - das sind mexikanische Schwanzlurche, die das Larvenstadium nie verlassen. Joachim Fuhrmann aus Köln hatte Leopardengeckos mitgebracht, einem wächst gerade der Schwanz nach. "Das ist auch wichtig, weil dieser Gecko seine Fettreserven nicht am Bauch, sondern im Schwanz hat", erklärte er.

Für alle diese Tiere konnte man auch kreative Terrarienausstattung kaufen - es sollte aber die richtige sein. Beratung ist wichtig: Nadine Maurer, die in ihrem Onlineshop "4-reptiles.de" solche Utensilien vertreibt, erinnerte sich an eine Kundin, die sich Material für die Haltung einer Bodenschlange gekauft hatte, obwohl sie eine Kletterschlange zu Hause hatte. Maurer und ihr Mann haben seit 13 Jahren Reptilien zu Hause und vor vier Jahren ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Bonner Züchter waren nicht bei der Börse - hier hätten sich noch keine gefunden, sagte Veranstalter Hans Kemmel. "Wir hoffen, dass sich das ändert." Allzu viele Besucher lockte die Börse nicht an, was wohl vor allem am Wetter lag.

Er kenne die Züchter inzwischen recht gut und könne sich darauf verlassen, dass sie keine illegalen Tiere anbieten, sagte Kemmel. "Vermeiden kann man es nie ganz. Selbst im Terrariengeschäft."

Er achte sehr darauf, woher die Leute die Tiere haben. Und dass sie sie richtig halten. Die Behältnisse, in denen sie sie zur Börse mitbringen, müssen groß genug sein. "Darauf wird auch vom Veterinäramt geachtet." Die Zeiten, in denen sich die Tiere in den Boxen kaum drehen konnten, seien vorbei. Den Ratten und Mäusen, die ebenfalls zu sehen waren, hilft das nicht: "Das sind Futtertiere."

Die nächste Reptilienbörse im Brückenforum findet am 11. November statt.