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Restaurant: China-Schiff in Bonn-Beuel am Rheinufer steht zum Verkauf

Restaurant mit Tradition : Das China-Schiff am Beueler Ufer steht zum Verkauf

Die Besitzer des schwimmenden China-Restaurants in Beuel suchen einen Käufer. Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört das Schiff südlich der Kennedybrücke zum Bonner Stadtbild.

Seit einigen Tagen kursiert diese Nachricht und macht viele Beueler traurig: Die Ocean-Paradise, das schwimmende China-Restaurant am Beueler Rheinufer wird verkauft. Das Pagoden-Schiff prägt seit gut drei Jahrzehnten die Silhouette Beuels und gilt als Treffpunkt für viele Rheinanlieger.

Pächter Huan Zhang betreibt das Restaurant seit 2004 und besitzt noch einen Pachtvertrag bis 2023. „Den Vertrag werde ich auch erfüllen, aber danach ist für mich Schluss. Ich gehe in den Ruhestand“, sagt der bescheidene und stets freundliche Mann. Seine Kinder hätten leider kein Interesse an seinem Beruf und eine nochmalige Vertragsverlängerung um weitere zehn Jahre komme für ihn aus Altersgründen nicht in Frage. Er könne sich höchstens ein Weitermachen für maximal zwei bis drei Jahre vorstellen. Für den 58-Jährigen steht sein Entschluss fest: „Besteht der Eigentümer auf einen Zehnjahresvertrag, dann höre ich 2023 auf.“

Sorgen, dass das Schiff nach England verschifft werden könnte

Nun besteht im Stadtbezirk Beuel die große Sorge, dass ein ausländischer Investor das China-Schiff kaufen und es nach England oder in die Niederlande verschiffen könnte. „Das muss unbedingt verhindert werden. Notfalls müssen Akteure aus Politik und Wirtschaft dabei helfen, dass dieses Wahrzeichen in Beuel bleibt“, erklärte Werner Koch, Vorsitzender der Gewerbe-Gemeinschaft Beuel.

So sah die Ocean-Paradise bis zum Jahr 1988 aus: Die Rheinfähre „Königswinter II“ vor der Drachenfelskulisse. Foto: Angelika Schmitz/Privat

Auch der Eigentümerfamilie Schmitz wäre eine lokale Lösung die angenehmste. „Wir sehen im Moment keine andere Lösung, als das Schiff zu verkaufen“, sagte Angelika Schmitz dem GA. Sie und ihr Bruder Dieter sind Inhaber des China-Schiffs. In den kommenden Jahren stünden einige grundsätzliche Investitionen in die Substanz des Schiffes an, die die Geschwister aber nicht mehr übernehmen wollen. „Wir haben uns beruflich hauptsächlich auf unsere Fahrgastschiffe fokussiert undmöchten uns deshalb von dem China-Schiff trennen“, erklärte Angelika Schmitz, zu deren Flotte auch die Fähre Rhein-Nixe und das Motorschiff Moby Dick zählen.

Hat ein andere Betreiber eines China-Restaurants Interesse?

Die Schifferfamilie Schmitz hofft, dass ein Betreiber eines anderen China-Restaurants in Bonn Spaß und Interesse an der Ocean-Paradise haben könnte. Allein wegen der Familientradition müsste das Schiff eigentlich in Bonn bleiben. „Mein Vater hat die damalige Fähre 1988 gekauft und damit vor der Schrottpresse gerettet. Er hat die Fähre in Rotterdam von chinesischen Handwerkern umbauen lassen. Ihm war und ist die Ocean-Paradise eine Herzensangelegenheit“, berichtet Angelika Schmitz.

Und was passiert, wenn sich kein Käufer für das schwimmende Restaurant finden lässt? „Dann werden wir wohl den Pachtvertrag mit Herrn Zhang jeweils um ein Jahr verlängern - bis wir endlich einen Käufer gefunden haben“, so Angelika Schmitz. Mit der Familie Zhang bestehe eine langjährige Freundschaft: „Einen besseren Pächter kann man sich als Eigentümer nicht wünschen.“

Wer schon mal an Bord der Ocean-Paradise war, dem ist sicherlich das große Koibecken im Eingangsbereich aufgefallen. Die zehn Fische haben im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil der Stadt Bonn eine Anzeige einer Privatperson wegen angeblich falscher Tierhaltung vorlag. Das mehrwöchige Theater löste sich damals in Wohlgefallen auf: Deutschlands einziger staatlich anerkannter Koi-Gutachter bescheinigte den Tieren eine gute Gesundheit und eine artgerechte Haltung an Bord des Schiffs. Und was macht Herr Zhang mit den Fischen, wenn er in Ruhestanmd geht? „Ich habe privat auch ein Koi-Becken. Dort werden die Fische eine neue Heimat finden“, sagte Huan Zhang.