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Rheinnixe in Bonn-Beuel: Neuer Fährmann für Wassertaxi gesucht

Betrieb ruht seit Ende Juli : Beueler Wassertaxi "Rheinnixe" sucht neuen Fährmann

Für den kranken Fährmann der Rheinnixe in Bonn-Beuel ist noch immer kein Ersatz in Sicht. Der Betrieb des Beueler Wassertaxis ruht deshalb schon seit Ende Juli.

Eine Handbreit Wasser unter dem Kiel hat die Rheinnixe zwar immer noch. Trotzdem müssen Pendler, Touristen und Bonner seit einigen Wochen darauf verzichten, mit dem beliebten „Wassertaxi“ von einer Rheinseite zur anderen zu schippern. Seit 22. Juli liegt die Nixe bereits fest vertäut an ihrem Beueler Ankerplatz. So schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern. „Uns fehlt einfach qualifiziertes Personal“, bestätigt Max Dornau von der Bonner Fähr- und Fahrgastgesellschaft. Der Fährmann, der bisher das Schiff gesteuert hat, sei seit längerer Zeit krank und einen Ersatz habe man bisher nicht finden können.

Schmerzlich vermissen Irene und Olaf van Velzen aus der Rheinaustraße in Beuel ihre regelmäßigen Passagen mit der Rheinnixe. „Wir haben die Überfahrten immer sehr genossen, wenn wir in die Bonner Innenstadt wollten“, berichtet Olaf van Velzen im GA-Gespräch. Nun geht das Paar zu Fuß über die Brücke, um in die City zu kommen. „Das ist nicht nur unbequem, sondern wegen des zunehmenden Verkehrs – gerade auch der vielen E-Roller – für uns Rentner sehr gefährlich.“

Für Dornau ist es indes schwierig, einen Ersatz für seinen erkrankten Mitarbeiter zu finden. Denn: „Bewerber müssen über ein Streckenpatent verfügen, um sofort eingesetzt werden zu können“, erklärt er. Außerdem müsste sich ein neuer Fährmann erst auf die besonderen Begebenheiten einstellen. „Gerade auf der Bonner Seite gibt es doch einige Strömungen“, ergänzt er. Daneben sei nicht jeder für diesen Job geeignet. „Es gehört mehr dazu, als nur ein Schiff zu steuern.“ Als privates Unternehmen müsse man jedoch wirtschaftlich agieren. „Wir haben weitaus mehr Schiffe im Einsatz. Es ist Hochsaison und die Ausflugsschiffe müssen täglich fahren.“ Daher könne er von dort keinen Kapitän abziehen. Und ein unregelmäßiger Fährbetrieb der Rheinnixe würde wahrscheinlich noch mehr Verwirrung unter den Passagieren stiften.

Rheinnixe bleibt den Bonnern erhalten

Dabei hat er in seinem Team einen jungen Mann, der eigentlich das Ruder übernehmen könnte. „Er hat bei uns eine Ausbildung zum Binnenschiffer gemacht und sich sehr intensiv auf die Patentprüfung vorbereitet. Seit Anfang des Jahres warten wir allerdings darauf, dass er einen Prüfungstermin bekommt. So lange können wir ihn nicht für diese Fahrten einsetzen“, so Dornau.

Er stellt allerdings klar: „Die Rheinnixe bleibt den Bonnern erhalten. Sie gehört zu dieser Stadt. Wir haben nicht vor, den Fährbetrieb ganz einschlafen zu lassen.“ Dennoch werden sich die Passagiere in Zukunft wohl auf Änderungen einstellen müssen. Denn derzeit pendelt die Nixe täglich 13 Stunden von Beuel nach Bonn. „Wir werden den Fahrplan optimieren müssen und wahrscheinlich den täglichen Einsatz herunterfahren“, erklärt der Vertreter der Geschäftsführung Bonner Fähr- und Fahrgastschifffahrt.

Irene und Olaf van Velzen hoffen indes, dass „ihre“ Rheinnixe bald wieder regelmäßig fährt. „Mit diesem Wunsch sind wir sicher nicht allein. Viele Beueler freuen sich darauf, wenn sie wieder dieses lieb gewonnene Vehikel benutzen können“, so van Velzen. Solange bittet Dornau seine Fahrgäste um Geduld und Verständnis: „Wir freuen uns über diesen Langzeitausfall auch nicht.“