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Rheinufer in Beuel: So bewerten Anwohner und die Polizei die Situation

Kriminalität : So bewerten Anwohner und Polizei die Situation am Beueler Rheinufer

In den vergangenen Wochen haben sich die Nachrichten über zum Teil brutale Übergriffe in Beuel gehäuft. Insbesondere das Rheinufer und die Beueler Innenstadt standen dabei im Fokus. Jetzt sagt die Polizei: Es sind weniger Straftaten im Vergleich zu 2019.

In den vergangenen Wochen haben sich die Nachrichten über zum Teil brutale Übergriffe in Beuel gehäuft. Insbesondere das Rheinufer und die Beueler Innenstadt standen dabei im Fokus.

So attackierten in der vergangenen Woche am Dienstagabend drei junge Unbekannte einen 27-Jährigen in der Rheindorf Straße. Der junge Mann flüchtete bis zum Konrad-Adenauer-Platz, wo ihn die Unbekannten einholten, seine Geldbörse raubten und ihn dabei verletzten. Einige Tage zuvor wurden drei Polizisten bei einer Personenkontrolle in der Rheinaustraße von einem 17-Jährigen verletzt.

An den Wochenenden kommt es am Beueler Rheinufer regelmäßig zu großen Zusammenkünften von Jugendlichen, die dort dann feiern – die gültigen Regeln zur Eindämmung der Corona-Epidemie werden dabei oftmals außer Acht gelassen. Sowie am Brassertufer führt die Bonner Polizei auch am Beueler Rheinufer strenge Kontrollen durch.

Ist die Kriminalitätsrate in dem Bereich des Beueler Rheinufers nun gestiegen? Nein, sagt die Bonner Polizei. „Wenn man den Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 20. Juli betrachtet und mit dem Vorjahr vergleicht, so kann man feststellen, dass es einen deutlichen Rückgang bei den Straftaten in diesem Bereich gibt“, erklärt Polizeisprecher Simon Rott ohne dabei genaue Zahlen zu nennen. Es sei auch für die Polizei nicht auffallend, dass meist jüngere Personen in die Vorfälle involviert sind, zumal das Altersspektrum bei den vergangenen Vorfällen zwischen 17 und 27 Jahren bei den Betroffenen lag. Schon länger führt die Polizei in Bad Godesberg sogenannte Präsenzeinsätze durch, die auch Wirkung gezeigt haben, vielerorts ist es ruhiger geworden. „Man kann aber nun nicht sagen, dass sich die Jugendlichen mit ihren Treffen nach Beuel verlagert haben“, so Rott.

Am Rondell in Nähe des China-Schiffes kommt es in den Abendstunden häufig zu größeren Ansammlungen. Foto: Niklas Schröder/NIklas Schröder

Beueler bewerten Situation verschieden

Die Beueler bewerten die aktuelle Situation verschieden. Maria Pansa wohnt in unmittelbarer Nähe zum Rheinufer, unweit der Wiese am China-Schiff. „Es ist etwas besser geworden, seitdem hier mehr kontrolliert wird. Vorher war es schlimm, die Jugendliche haben bis tief in der Nacht laut Musik gehört und sich unterhalten“, berichtet sie.

Auch auf dem Spielplatz sollen die Jugendlichen gesessen und gefeiert haben. Das Ordnungsamt und die Polizei seien bisher nur an den Problemecken vorbeigefahren, kritisiert sie. „Wenn die Beamten dann nicht aus dem Auto aussteigen, sehen sie ja nicht was sich in den Büschen abspielt“, so Panda.

Sie würde „auf gar keinen Fall“ nachts am Rheinufer spazieren gehen. „Ich habe Angst vor den Grüppchen, die mich ausrauben könnten.“ Gerade die Rondelle, auf Höhe der Rheinlust und des Bahnhöfchen seien Anziehungspunkte für die Jugendlichen, berichtet sie.

Anders sieht es Sven Westerholz, der öfters am Rhein spazieren geht. Bis auf ein paar Jugendliche, die laut Musik hören und dabei Alkohol trinken, habe er bisher nichts anderes beobachten können. „Ich fühle mich hier sicher und habe auch nie Angst, wenn ich hier abends spazieren gehe“, so Westerholz.

Auch Lucia Nötzold ist viel am Rheinufer unterwegs. Die Beueler Lehrerin nutzt die Wege zum Joggen oder Inliner fahren. Ihr ist aufgefallen, dass es an beiden Rheinseiten zur Mittagszeit und auch zu später Stunde immer wieder zu Ansammlungen kommt und die Vermüllung zunehme. „Bei einem Spaziergang auf der Kennedybrücke wurden meine Freundin und ich von einer Gruppe junger Männer angepöbelt. Ich habe dabei mein Fahrrad geschoben. Das Fahrradschloss wurde mir dabei aus dem Korb entwendet“, berichtet sie.

Verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt

Was die Beueler aber auch beobachten, ist die verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt. Eine Anwohnerin erzählt dem GA, dass sie sich seitdem wieder auch abends an den Rhein traue - vorher hätte sie das nicht gemacht.

Positives hat auch Dirk Schwertfächter zu berichten. Er arbeitet bei der Rheinlust und übernimmt dort vor allem die Frühschicht. „Letztes Jahr wurden hier vor der Rheinlust vermehrt von den Gästen die Fahrräder geklaut – das hat sich jetzt gebessert“, erzählt er.

Mit regelmäßigen Fahrraddiebstahl hat auch der Kiosk „Miss Minz“ zu tun. Dort steht vor der Türe ein Deko-Fahrrad, das „ab und zu mitgenommen wird“. „Unsere Kunden finden das dann meist auf der Rasenfläche am Alten Bahnhöfen wieder“, erzählt eine Angestellte. Vielmehr hätte die Belegschaft bislang noch nicht mitbekommen, allerdings habe der Kiosk auch immer nur bis 20 Uhr auf, so die Angestellte.

Gegenüber dem GA erklärte Polizeisprecher Simon Rott, dass die Kontrollen am Beueler Rheinufer auch weiterhin stattfinden werden. Auch an diesem Wochenende.